Unsere Themenseiten

Paris muss es richten: Klimavertrag vor Gipfel noch unkonkret

Auf dem Weg zu einem Weltklimavertrag bleiben vor dem Gipfel in Paris viele große Fragen offen. Am Freitag trafen sich Diplomaten und Experten zum Abschluss einer UN-Vorbereitungskonferenz in Bonn. Sie hatten seit Montag über einen Text beraten, der beim Gipfel im Dezember beschlossen werden kann.

In vielen Passagen kam es allerdings nicht zu einer Einigung. Ziel des geplanten Abkommens ist es, die Erderwärmung auf weniger als zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit zu begrenzen. Der Ausstoß an Treibhausgasen soll sinken.

Umweltschützer machten den größten Klärungsbedarf unter anderem bei den Finanzhilfen für die armen Länder und beim Umgang mit Schäden infolge des Klimawandel aus. «Bei den politisch heiklen Baustellen hat uns die Woche kaum weitergebracht», fasste Oxfam-Experte Jan Kowalzig zusammen.

«Enttäuschend ist, dass der Text auch knapp fünf Wochen vor Beginn der Konferenz zu lang, zu unkonkret und zu wenig entschlossen ist. Dafür haben vor allem die Öl-exportierenden Länder gesorgt», sagte Martin Kaiser von Greenpeace. Allerdings müsse man der Konferenz zugute halten, dass sie die Voraussetzung für ein ambitioniertes Abkommen geschaffen habe. In dem Text seien die richtigen Optionen zu finden. Eine nicht zu überladene Vorlage aus Bonn gilt vielen Experten als Schlüssel zum Erfolg in Paris.

Die beiden Vorsitzenden der Konferenz, der Amerikaner Daniel Reifsnyder und der Algerier Ahmed Djoghlaf, gaben sich zuversichtlich. «Die Struktur ist da», sagte Djoghlaf über den Entwurf. Es sei nun klar, was Thema in Artikel eins, zwei oder drei sein soll. Und dass es am Ende nicht 100 Artikel geben werde. «Wir sind in der Spur», sagte er. Die Basis für Paris sei gelegt. Und gewisse Punkte könnten naturgemäß erst dort auf hoher politischer Ebene geklärt werden - beispielsweise die strittigen Finanzfragen.

Die beiden Vorsitzenden hatten vor dem Treffen einen recht kompakten Vertragsentwurf als Arbeitsgrundlage präsentiert. Gegen das Papier protestierten allerdings vor allem die Entwicklungs- und Schwellenländer - sie sahen ihre Interessen übergangen. Daraufhin wurde der Text nochmals erheblich ergänzt. Reifsnyder und Djoghlaf verwiesen darauf, dass sie ja nur ein Fundament für die Beratungen hätten schaffen wollen.

Ob das Bonner Treffen wie geplant am Freitagabend zu Ende gehen konnte, war zunächst nicht klar. Wenn die Unterhändler mehr Zeit einforderten, würde man diese gewähren, erklärten die Vorsitzenden der Konferenz.