LANDGERICHT OLDENBURG

Patientenmordprozess in Schlussphase – Plädoyers beginnen

Mit dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft geht heute nach fast sieben Monaten der Mordprozess gegen den Ex-Krankenpfleger Niels Högel in die entscheidende Phase.
dpa
Landgericht Oldenburg
Im Prozess gegen den Patientenmörder und Ex-Krankenpfleger Niels Högel beginnen die Plädoyers am Landgericht Oldenburg. Foto: Hauke-Christian Dittrich

«Wir erwarten ein sehr klares, deutliches und starkes Plädoyer der Staatsanwaltschaft», sagte der Sprecher der Opfer-Angehörigen, Christian Marbach, der Deutschen Presse-Agentur. «Ich hoffe, dass er nie mehr aus dem Gefängnis kommt.» Marbachs Großvater gehört zu den Opfern, für deren Tod Högel sich bereits vor Gericht verantworten musste. Der 42-Jährige wurde 2015 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt.

Marbach zeigte sich enttäuscht über den bisherigen Prozessverlauf am Landgericht Oldenburg. Anders als Högel angekündigt habe, habe dieser die Chance nicht genutzt, zur Aufklärung beizutragen, reinen Tisch zu machen und den Angehörigen Wahrheit zu verschaffen.

Die Staatsanwaltschaft hat den Ex-Pfleger wegen Mordes an 100 Patienten an den Kliniken in Oldenburg und Delmenhorst angeklagt. Sie wirft ihm vor, seine Opfer mit verschiedenen Medikamenten zu Tode gespritzt zu haben. Wegen des Todes von sechs Patienten auf der Delmenhorster Intensivstation hatte das Landgericht Oldenburg den Mann bereits zu lebenslanger Haft verurteilt.

Am Donnerstag soll als erste Nebenkläger-Vertreterin Gaby Lübben ihren Schlussvortrag halten. Plädoyerberechtigt sind neben der Staatsanwaltschaft insgesamt 17 Nebenklagevertreter sowie die beiden Verteidigerinnen Högels. Das Urteil wird am 6. Juni erwartet.

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