Plädoyers im Prozess gegen Kindersitterin

Plädoyers im Prozess gegen Kindersitterin
Plädoyers im Prozess gegen Kindersitterin
Roland Böhm

War es Totschlag – oder sogar Mord? Knapp zehn Monate nach dem gewaltsamen Tod eines Jungen in Künzelsau bei Heilbronn geht der Prozess gegen dessen Kindersitterin mit den Plädoyers in die Schlussrunde.

Die ehemalige Krankenschwester war angeklagt wegen Totschlags an dem ihr anvertrauten Siebenjährigen. Dafür liegt die Höchststrafe bei 15 Jahren. Die Staatsanwaltschaft könnte aber auch auf lebenslange Haft wegen Mordes plädieren.

Es gebe Hinweise auf das Merkmal der niederen Beweggründe, hatte Anklagevertreter Harald Lustig angedeutet. Der Anwalt der Nebenkläger geht vom Mordmerkmal Heimtücke aus.

Der Vater des Jungen hatte den Siebenjährigen am 28. April morgens mit Würgemalen am Hals tot in einer Badewanne voller Wasser entdeckt. Seit fünf Jahren wurde der Junge immer wieder von „Oma Elisabeth” betreut. Öfters habe er auch in ihrem Haus übernachtet, so die Ermittler.

Ein Gutachter hatte ausgesagt, dass die Angeklagte zur Tatzeit wohl keine schwere Depression gehabt habe. Sie machte erst gegen Ende des Prozesses Angaben zum Tathergang. Diese seien jedoch widersprüchlich gewesen, befand Richter Roland Kleinschroth. Ein Urteil soll es am 26. Februar geben.