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Prügelattacke auf Jonny K.: Verteidiger will in Revision

Prügelattacke auf Jonny K.: Verteidiger will in Revision
Prügelattacke auf Jonny K.: Verteidiger will in Revision
Rainer Jensen

Nach dem Urteil wegen der tödlichen Prügelattacke auf den jungen Berliner Jonny K. will der Verteidiger des Haupttäters in Revision gehen. «Das Urteil ist deutlich zu hoch», sagte Anwalt Axel Weimann.

Das Landgericht Berlin hatte den Ex-Boxer Onur U. zu viereinhalb Jahren Jugendhaft wegen Körperverletzung mit Todesfolge verurteilt.

Onur U. sei fassungslos, sagte Weimann. Er habe sich nicht vorstellen können, dass er wegen einer Tat verurteilt werde, die er nicht begangen habe. «Das Urteil ist nicht richtig. Es entspricht nicht der Wahrheit.» Jonny K. wurde im Oktober 2012 mit Tritten und Schlägen malträtiert und starb wenig später an Gehirnblutungen.

Der Anwalt von Jonnys Schwester Tina K. sprach dagegen von einem «ausgewogenen und angemessenen Urteil». Die Schwester des Opfers sagte nach der Entscheidung der Richter, sie sei froh, dass alle Angeklagten Haftstrafen bekommen hätten - trotzdem wisse sie immer noch nicht, wer ihren Bruder getötet habe. «Es gibt keine gerechte Strafe.» Reue habe sie bei allen Männern nicht erkennen können.

Berlins Innensenator Frank Henkel (CDU) teilte mit: «Die Frage, ob das ein angemessenes Urteil ist, ist schwer zu beantworten. Kein Richterspruch bringt den jungen Jonny zurück, und sein Tod lässt sich nicht in Haftjahren aufwiegen.» Er ergänzte: «Dennoch ist es ein wichtiges Zeichen, dass die Schläger, die soviel Schuld auf sich geladen haben, nicht frei nach Hause gehen können.»

Bis das Urteil rechtskräftig ist, bleibt von den sechs Schlägern nur Onur U. in Untersuchungshaft. Bisher waren vier der jungen Männer auf freiem Fuß, nach der Urteilsverkündung kam ein fünfter frei.