SCHWERE ZUSAMMENSTÖßE

Proteste in Hongkong: Angeschossener Schüler „stabil”

Der 18 Jahre alte Demonstrant, der bei den jüngsten Ausschreitungen in Hongkong angeschossen wurde, ist in einem „stabilen Zustand”.
dpa
Tränengas gegen Demonstranten
Tränengasnebel in Hongkong: Trotz eines Verbots sind am chinesischen Nationalfeiertag Zehntausende für Demokratie und Menschenrechte auf die Straße gegangen. Foto: ---/kyodo/dpa
Brennende Barrikaden
Brennende Barrikaden in Hongkong: Trotz eines Verbots gingen am chinesischen Nationalfeiertag zehntausende Menschen für Demokratie und Menschenrechte auf die Straße. Foto: ---/kyodo/dpa
Proteste in Hongkong
Seit mehr als vier Monaten demonstrieren die Hongkonger gegen ihre eigene Regierung, die kommunistische Führung in Peking und ihren wachsenden Einfluss. Foto: Gemunu Amarasinghe/AP/dpa
Wasserwerfer
Die Polizei von Hongkong versprüht blau gefärbtes Wasser, um Demonstranten zu markieren. Foto: Vincent Thian/AP/dpa
Proteste in Hongkong
Demonstranten randalieren in der Eingangshalle einer Hongkonger U-Bahn-Station. Foto: Kin Cheung/AP/dpa
Proteste in Hongkong
Während in Peking der 70. Jahrestag der Republikgründung gefeiert wird, gehen in Hongkong Zehntausende für Demokratie und Menschenrechte auf die Straße. Foto: Vincent Thian/AP/dpa
Hongkong.

Das teilte die Krankenhaus-Behörde in Hongkong auf Nachfrage mit. Wie die Hongkonger Zeitung „South China Morning Post” berichtete, wurde bei einer Operation ein Projektil aus seiner Brust entfernt.

Der junge Demonstrant war am Dienstag bei schweren Zusammenstößen von einem Polizisten angeschossen worden. Zwar gaben Beamte in den seit Monaten anhaltenden Protesten für Demokratie und Menschenrechte bereits mehrfach Warnschüsse ab. Der Vorfall am Dienstag war aber der erste, bei dem ein Demonstrant von scharfer Munition verletzt wurde.

Auf einem in sozialen Netzwerken geteilten Video war eine turbulente Kampfszene zwischen einer Gruppe von Demonstranten und Polizisten zu sehen. Der junge Mann ging mit einer Stange auf einen der Beamten los, daraufhin feuerte er aus nächster Nähe aus seinem Revolver. Der Demonstrant ging zu Boden.

Die Polizei teilte mit, sie bedauere, dass der Schüler verletzt wurde. Der Beamte, der den Schuss abgab, habe aber um sein Leben und das seiner Kollegen gefürchtet. Schüler an mehreren Schulen in Hongkong hielten am Mittwoch Proteste wegen des Schusses ab.

Insgesamt wurden bei den schweren Protesten am Vortag 104 Menschen verletzt, wie die Krankenhaus-Behörde weiter mitteilte. Zwei von ihnen waren demnach noch in einem kritischen Zustand.

Zeitgleich mit den Feierlichkeiten zum 70. Geburtstag der Volksrepublik China waren am Dienstag Zehntausende Demonstranten zunächst friedlich durch die Straßen der chinesischen Sonderverwaltungszone gezogen. Danach kam es an mehreren Orten in der Stadt zu schweren Ausschreitungen. Die Polizei verurteile am Mittwoch in einer Mitteilung die Gewalt scharf. Demnach wurden über 180 Demonstranten festgenommen.

Aktivsten hatten Straßen blockiert, warfen Pflastersteine, legten Feuer und warfen Brandsätze. Die Beamten setzen Tränengas, Schlagstöcke, Gummigeschosse und Wasserwerfer ein.

Die Demonstranten fordern eine unabhängige Untersuchung von Polizeigewalt bei den seit fünf Monaten andauernden Protesten, eine Amnestierung der mehr als 1500 bisher Festgenommenen, eine Rücknahme der Einstufung ihrer Proteste als „Aufruhr” sowie freie Wahlen.

Seit der Rückgabe 1997 an China wird Hongkong mit einem eigenen Grundgesetz autonom regiert. Die Hongkonger stehen unter Chinas Souveränität, genießen aber – anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik – mehr Rechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit, um die sie jetzt fürchten.

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