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Prozess um Geiselnahme in Kölner Kita: Angeklagter gibt Tat zu

Prozess um Geiselnahme in Kölner Kita: Angeklagter gibt Tat zu
Prozess um Geiselnahme in Kölner Kita: Angeklagter gibt Tat zu
Oliver Berg

Der Prozess gegen den Geiselnehmer in einer Kölner Kindertagesstätte hat mit einem Geständnis des Angeklagten begonnen.

Der Verteidiger des 47-Jährigen erklärte am Montag vor dem Kölner Landgericht, sein Mandant bedaure sein Verhalten und wolle dafür um Entschuldigung bitten. Er habe aus einem Gefühl der Ausweglosigkeit gehandelt.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Mann erpresserischen Menschenraub vor. Er habe am 5. April dieses Jahres den 51 Jahre alten Leiter der Kita in Köln-Chorweiler in seine Gewalt gebracht und Lösegeld gefordert. Die Erzieherinnen konnten mit den 17 Kindern fliehen. Nach zehn Stunden des Verhandelns griff die Polizei ein und befreite die verletzte Geisel. Heute arbeitet der Mann wieder in der Kita. Er soll am Dienstag als Zeuge aussagen.

Den Moment kurz vor der Tat habe der Angeklagte laut seinem Verteidiger im Gespräch mit ihm so beschrieben: «Dann habe ich auf den Teufel gehört, ich bin da reingegangen, und es ist passiert.» Zum Tathergang machte der Angeklagte keine Angaben. Nach Darstellung seines Verteidigers fällt es ihm schwer, seine Gedanken zu ordnen und die Dinge in eine richtige und stimmige Reihenfolge zu bringen.

Der Angeklagte führte nach Darstellung seines Verteidigers jahrelang ein isoliertes Leben, war depressiv und dachte an Selbstmord. Den Gedanken, eine Geisel zu nehmen, habe er erst in der Nacht zuvor gefasst. Er habe seiner Familie mit mehr Geld ein schöneres Leben bieten wollten, erläuterte der Verteidiger.