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Prozess um Maschseemord steht vor dem Ende

Prozess um Maschseemord steht vor dem Ende
Prozess um Maschseemord steht vor dem Ende
Emily Wabitsch

Als Details der Tat zur Sprache kamen, zeigte der Angeklagte keine Regung. In Prozess-Pausen löste der 25-Jährige gar Kreuzworträtsel: Heute werden am Landgericht Hannover die Plädoyers im sogenannten Maschseemordprozess erwartet, das Urteil soll am Mittwoch folgen.

Dem 25-Jährigen wird vorgeworfen, vor knapp einem Jahr eine Prostituierte erstochen, zerstückelt und im niedersächsischen Maschsee versenkt zu haben.

Der psychiatrische Gutachter hat sich dafür ausgesprochen, den von Gewaltfantasien besessenen Drogensüchtigen dauerhaft in der Psychiatrie unterzubringen. Es gebe ein hohes Rückfallrisiko, sagte der Experte.

Obwohl es keine Zeugen und auch kein Geständnis des 25-Jährigen gibt, hat das Gericht keine Zweifel an seiner Schuld geäußert. Seine Freundin und Häftlinge, die den Mann während dessen Untersuchungshaft im Gefängnis kennengelernt hatten, schilderten im Zeugenstand, wie der Angeklagte über die Tat sprach.

Der Anklage zufolge hatte der Mann das 44 Jahre alte Opfer in Hannovers Rotlichtviertel getroffen und später in seiner Wohnung erstochen. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft tötete der Mann aus Mordlust, niedrigen Beweggründen und zur Befriedigung des Sexualtriebs. Auf den Tatvorwurf reagierte er im Prozess damit, dass er seine Freundin der Tat bezichtigte.

Die Freundin erzählte als Zeugin jedoch, der Angeklagte habe sie gezwungen, bei der Beseitigung der zerstückelten Toten zu helfen. Nach der Tat vertraute sich die 37-Jährige einer ihr fremden Frau an einer Straßenbahnhaltestelle an. Der Hinweis dieser Zeugin brachte die Polizei auf die Spur zum mutmaßlichen Täter.