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Prozess um Soldatenmord in London gestartet

Nach dem bestialischen Mord an einem britischen Soldaten auf offener Straße in London müssen sich seit Montag die beiden mutmaßlichen Täter vor Gericht verantworten.

Zwei Männer im Alter von 22 und 28 Jahren sind vor dem Zentralen Strafgerichtshof Old Bailey angeklagt, am 22. Mai dieses Jahres den 25 Jahre alten Familienvater mit einem Fleischerbeil geradezu zerstückelt zu haben. Einer der beiden rief in einem nach der Tat publik gewordenen Video Parolen, die als islamistisch interpretiert werden können.

Am Montag wurden zunächst verfahrenstechnische Fragen geklärt. Die eigentliche Hauptverhandlung soll zu einem späteren Zeitpunkt starten.

Der Fall hatte international Aufsehen erregt. Die britische Regierung hatte von einem Terrorakt besprochen. Die Anklage geht jedoch nach bisherigen Informationen nicht mehr von Terror aus.

Die Bilder des mutmaßlichen Täters, der mit blutverschmierten Händen auf Passanten einredete und dabei gefilmt wurde, gingen um die Welt. In britischen Medien wurde der Soldatenmord als erster tödlicher Akt islamistisch motivierten Terrors auf der Insel seit den Attentaten vom 7. Juli 2005 gewertet. Damals waren in der Londoner U-Bahn und in Bussen 52 Menschen ums Leben gekommen.

Der Prozess in London, für den besondere Sicherheitsvorkehrungen gelten, begann begleitet von Demonstrationen rechtsgerichteter Gruppierungen und von Veteranenorganisationen. Bereits unmittelbar nach der Tat im Mai hatte es Versuche von Racheakten rechter Gruppen gegeben, die etwa Moscheen angriffen.