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Putin wirft Türkei Komplizenschaft mit Terrormiliz IS vor

Nach dem Abschuss eines russischen Kampfflugzeugs hat der russische Präsident Wladimir Putin der Türkei Komplizenschaft mit der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) vorgeworfen.

Mit dem Abschuss des Jets habe Ankara den Ölhandel des IS sichern wollen, sagte Putin nach einem Bericht der französischen Nachrichtenagentur AFP am Rande der Klimakonferenz in Paris. Die Türkei wies diese Vorwürfe scharf zurück. Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan sagte nach Angaben der Nachrichtenagentur Anadolu in Paris, sollte Russland dafür Beweise vorlegen können, würde er von seinem Amt zurücktreten.

«Ich würde nicht in diesem Amt bleiben», betonte Erdogan am Montagabend. «Die Würde unseres Volkes» würde diesen Schritt in einem solchen Fall erfordern. Zugleich legte Erdogan Putin dessen Rücktritt nahe, sollte Russland für die Anschuldigungen keine Belege vorbringen können. «Ich frage den verehrten Putin: «Würdest Du in diesem Amt bleiben?».»

Auch der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu kritisierte die «grundlosen Anschuldigungen» gegen sein Land. Durch die Haltung Moskaus habe sich aus dem Syrien-Konflikt «jetzt leider eine Krise zwischen der Türkei und Russland entwickelt».

Putin sagte: «Wir haben jeden Grund zu glauben, dass die Entscheidung zum Abschuss unseres Flugzeug von dem Willen bestimmt war, die Öl-Lieferrouten zum türkischen Territorium zu sichern.» Öl aus IS-Gebieten komme «auf industrielle Weise» Richtung Türkei. Erdogan entgegnete am Rande der Klimakonferenz, die Türkei beziehe Öl und Gas lediglich aus legalen Quellen wie beispielsweise Russland.