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Raumfahrer schaffen nicht alle Aufgaben

Zwei Kosmonauten der Internationalen Raumstation ISS haben bei einem sechseinhalbstündigen Außeneinsatz mehrere Behälter montiert, aber nicht alle geplanten Aufgaben erledigt.

«Die Installationen dauerten leider länger als geplant», sagte Alexander Poleschtschuk vom Flugleitzentrum bei Moskau der Agentur Interfax.

Für das geplante Montieren von Griffen, an denen sich die Raumfahrer bei künftigen Außeneinsätzen festhalten sollten, blieb keine Zeit mehr. Trotzdem lobte ihr ISS-Crew-Kollege Luca Parmitano bei Twitter: «Sie machen da draußen einen großartigen Job.» Bei ihrem anstrengenden Einsatz etwa 400 Kilometer über der Erde tauschten Fjodor Jurtschichin und Alexander Missurkin in der Nacht zum Dienstag unter anderem ein Modul an einem wichtigen Kühlsystem aus.

Um den Bedingungen in der Schwerelosigkeit so nahe wie möglich zu kommen, sei der Einsatz wie immer detailliert im Wasserbecken eines Ausbildungszentrums bei Moskau trainiert worden, sagte Poleschtschuk. «Deswegen ist es ärgerlich, wenn nicht alles erledigt wird.» Jurtschichin und Missurkin würden vermutlich einen Teil der Bonuszahlungen für Außeneinsätze nicht erhalten. Sie hatten vor allem für das Befestigen von Kabelklemmen länger gebraucht als geplant.

Die Kosmonauten in computergesteuerten «Orlan»-Raumanzügen schraubten auch einen Behälter mit Metallproben ab und brachten ihn an Bord. Ursprünglich waren an der Außenhaut zwei dieser Behälter befestigt, allerdings entglitt Mitte April dem Kosmonauten Pawel Winogradow ein Kasten. Er schwebt seitdem im All.

Für Jurtschichin war es der sechste und für Missurkin der erste sogenannte Weltraumspaziergang. In diesem Jahr sind noch mehrere Ausstiege geplant, der nächste Einsatz soll im Juli erfolgen. Auf der ISS arbeiten derzeit drei Russen, zwei US-Amerikaner und ein Italiener.