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Razzia gegen Bahnticket-Fälscherbande

Razzia gegen Bahnticket-Fälscherbande
Franziska Kraufmann

Ticketpreis Verhandlungssache. Im Rhein-Main-Gebiet waren jahrelang Monatskarten zum Sonderpreis zu haben - in einer Pizzeria oder an anderen Treffpunkten. Jetzt schlug die Generalstaatsanwaltschaft zu.

Eine Bande aus 100 Mitgliedern soll mit gefälschten Fahrkarten der Deutschen Bahn (DB) einen Schaden von mindestens einer Million Euro verursacht haben. Seit Mitte 2011 sollen sie nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft täglich bis zu 100 professionell gefälschte Bahn-Tickets abgesetzt haben, die meisten davon Monatsfahrkarten. Dafür sollen sie mehr als 20 000 Original-Blanko-Fahrscheine und Original-Fahrscheindrucker der DB benutzt haben. Ein ehemaliger Mitarbeiter eines DB-Stores im Taunus soll die Fahrscheinrollen aus zwei DB-Stores gestohlen haben.

Rund 500 Beamte der Bundespolizei durchsuchten am Dienstag im Auftrag der Ermittlungsbehörde etwa 100 Wohnungen und andere Räume. Sechs mit Haftbefehl gesuchte Männer im Alter von 23 bis 27 Jahren seien festgenommen worden, berichtete die Generalstaatsanwaltschaft in Frankfurt.

Ermittelt werde wegen banden- und gewerbsmäßiger Urkundenfälschung, Hehlerei und Diebstahls. Nach den Ermittlungen wurden die Tickets über ein organisiertes Netzwerk verkauft. Über Hehler-Ketten seien sie bis zum Endkunden gelangt, sagte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft.

Das Geschäft funktionierte so: Eine Monatskarte für 260 Euro ging für 40 Euro an einen Großhehler, der sie teurer an einen weiteren Hehler verkaufte, bis sie schließlich an bestimmten Treffpunkten, darunter eine Pizzeria, den Endkunden verkauft wurden.

Die Ermittlungen richteten sich zunächst gegen die Hehlerkette, sagte der Sprecher. Das Strafmaß für banden- und gewerbsmäßige Hehlerei betrage mindestens ein Jahr Gefängnis. Den Endkunden müsse aber klar sein, dass sie mit einer gefälschten Karte als Schwarzfahrer unterwegs seien.