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Richter wollen Urteil für Ex-BVB-Präsident Niebaum verkünden

Richter wollen Urteil für Ex-BVB-Präsident Niebaum verkünden
Richter wollen Urteil für Ex-BVB-Präsident Niebaum verkünden
Bernd Thissen

Er soll bei Krediten betrogen und Mandantengelder veruntreut haben: Im Prozess gegen den früheren BVB-Präsidenten und Rechtsanwalt Gerd Niebaum wird heute das Urteil erwartet.

Der 66-Jährige hat in dem seit Anfang Januar geführten Prozess weite Teile der Vorwürfe eingeräumt. Alle Taten gehen auf die Zeit nach seinem Ausscheiden beim Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund zurück.

Die Zeit, in der Niebaum nach eigenen Aussagen auf die schiefe Bahn geraten ist, nannte er selbst «sehr schwierig». Seine hoch angesehene Dortmunder Kanzlei sei in eine finanzielle Schieflage geraten. An allen Ecken und Enden habe plötzlich Geld gefehlt. In dieser Situation habe er schließlich Entscheidungen getroffen, die er sich heute selbst nicht mehr erklären könne.

Laut seinem Geständnis hat Niebaum ab 2007 bei drei Banken Kreditanträge gestellt und in den dabei erforderlichen Unterlagen «unvollständige und damit unzutreffende» Angaben gemacht. Außerdem habe er sich selbst aus einem Nachlass, den er als Testamentsvollstrecker zu verwalten hatte, ein Darlehen über 450 000 Euro ausgezahlt. Zwar sollen die Summen inzwischen weitgehend zurückgezahlt worden sein. An der Strafbarkeit ändert dies jedoch nichts.

Der 66-Jährige hofft aber darauf, dass ihm sein Geständnis so viele Pluspunkte einbringt, dass es für eine Bewährungsstrafe reicht. Auf eine Nachfrage von Verteidiger Götz Reuker erklärten die Richter, sie hielten dies für möglich. Weiter wollten sie sich nicht in die Karten schauen lassen. Über mehrere weitere Anklagevorwürfe wollen die Richter am Freitag noch kein Urteil sprechen. Die Punkte werden als gesondertes Verfahren weitergeführt. Entweder führen sie später zu einer weiteren Gerichtsverhandlung - oder sie werden auf Antrag der Staatsanwaltschaft eingestellt.