Italien

Rom wappnet sich mit Sicherheits-Kraftakt für G20-Gipfel

Am kommenden Wochenende ist Italiens Hauptstadt Gastgeber des diesjährigen G20-Gipfels. Für das hochkarätige Treffen gilt in Rom ein beispielloses Sicherheitskonzept.
dpa
Vor G20-Gipfel
Zwei Überwachungskameras zeigen in Richtung der Kongresshalle La Nuvola (Die Wolke) in Rom. Italien will mögliche Ausschreitungen mit einem großen Polizeieinsatz, Militär und weiträumigen Sperrzonen verhindern. Foto: Johannes Neudecker/dpa Johannes Neudecker
Rom

Mit einem großen Polizeieinsatz, Verstärkung vom Militär und weiträumigen Sperrzonen will Italien beim G20-Gipfel am Wochenende in Rom Ausschreitungen und Krawalle verhindern. „Dies ist ein Moment größter Anspannung”, sagte die verantwortliche Innenministerin Luciana Lamorgese am Dienstagabend.

Bei dem Treffen der Staats- und Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrienationen gilt für die Hauptstadt ein beispielloses Sicherheitskonzept.

20 Jahre nach dem Chaos beim G8-Gipfel von Genua mit einem Toten und drei Wochen nach Ausschreitungen bei Corona-Protesten just in Rom wollen sich die Gastgeber vor den Augen der Welt nicht blamieren.

Dafür soll an den zwei Gipfeltagen Samstag und Sonntag und auch schon am Freitag, an dem vorbereitende Treffen der Politiker anstehen, ein umfangreiches Sicherheitskonzept sorgen. Das Stadtviertel, in dem das Kongresszentrum für den Gipfel steht, wird weiträumig abgeriegelt – ohne Sondererlaubnis kommt keiner rein. Über Teilen der Innenstadt gelten Flugverbotszonen, wie die Polizei auf Anfrage mitteilte.

Die genaue Anzahl an eingesetzten Beamten wurde wenige Tage vor dem Großevent nicht verraten, dem Vernehmen nach sind mehrere tausend Einsatzkräfte eingeplant. 500 Soldaten der Operation „Strade Sicure” (Sichere Straßen) sollen vor allem wichtige Punkte in der Stadt wie Sehenswürdigkeiten, Regierungs- und Botschaftsgebäude und auch die Hotels der mehr als 20 internationalen Delegationen bewachen.

Die größte Sorge der Sicherheitsbehörden gilt befürchteten Ausschreitungen organisierter Gruppen. Das G8-Treffen 2001 in Genua, bei dem ein Demonstrant getötet worden war, ging vor allem wegen der Randale und Straßenkämpfe in die Geschichte ein. In Deutschland erinnert man sich noch gut an die Ausschreitungen beim G20-Gipfel 2017 in Hamburg. Und Anfang Oktober gab es in Rom Chaos und Verletzte, als eine Demonstration von Gegnern der Corona-Politik eskalierte.

Bis Dienstagabend waren in Rom in großer Entfernung zum Tagungszentrum zwei Protestaktionen angemeldet, wie die Stadt bestätigte: am frühen Samstagnachmittag eine Kundgebung der Partei „Rifondazione Comunista” und kurz darauf ein Demo-Marsch, an dem Gruppen wie die Klima-Initiative Fridays for Future und Gewerkschaften teilnehmen wollen. Die Polizei rechnet mit 10.000 Teilnehmern und geht nach eigener Einschätzung nicht davon aus, dass viele Krawallmacher etwa aus dem Ausland anreisen werden.

© dpa-infocom, dpa:211027-99-750807/2

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