ATTACKE WEGEN MASKENPFLICHT

Ruf nach harten Strafen nach Tod von Busfahrer in Frankreich

Nach dem gewaltsamen Tod eines Busfahrers hat Frankreichs Premier Jean Castex versichert, dass die Justiz „die Täter dieses verabscheuungswürdigen Verbrechens bestrafen” wird.
dpa
Entsetzen nach Tod von Busfahrer
Die Ehefrau des verstorbenen Busfahrers hält während eines Protestmarsches in Bayonne ein Foto von sich und ihrem Mann. Foto: Gaizka Iroz/AFP/dpa
Gérald Darmanin
Frankreichs neuer Innenminister Gérald Darmanin reist nach Bayonne. Foto: Thomas Samson/AFP/dpa
Bayonne.

Französische Politiker rufen nach harten Strafen. „Dieser barbarische Akt erfordert die schärfsten Sanktionen gegen die vier Täter”, forderte der konservative Bürgermeister von Nizza, Christian Estrosi. „Ich denke an seine Frau und seine Kinder und fordere schwere Strafen für diese Mörder”, erklärte der konservative Abgeordnete Éric Ciotti.

Der Busfahrer war Anfang der Woche bei einem Angriff im südwestfranzösischen Bayonne schwer verletzt worden – er wurde für hirntot erklärt. Am Freitag starb der Endfünfziger schließlich. Der Angriff hatte in Frankreich für Entsetzen gesorgt. Berichten zufolge hatte der Fahrer am Sonntag im nahe der Grenze zu Spanien gelegenen Bayonne mehrere Menschen an einer Haltestelle zurückgewiesen. Sie wollten demnach trotz Maskenpflicht ohne Schutzmasken und gültige Fahrscheine in den Bus einsteigen. Die Zurückgewiesenen griffen den Busfahrer an; er wurde heftig auf den Kopf geschlagen.

Vier Tatverdächtige wurden Berichten zufolge festgenommen. Gegen zwei von ihnen, einen 22- und einen 23-Jährigen, wird demnach wegen versuchten Totschlags ermittelt, gegen die zwei weiteren Verdächtigen wegen unterlassener Hilfeleistung. In der vergangenen Woche war es immer wieder zu Protesten und Gedenkmärschen gekommen. Innenminister Gérald Darmanin wird an diesem Samstag in Bayonne erwartet, um sich ein Bild der Lage zu machen.

© dpa-infocom, dpa:200711-99-753875/2

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