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Rufus Beck liest zum „Harry Potter”-Jubiläum

Rufus Beck liest zum „Harry Potter”-Jubiläum
Rufus Beck liest zum „Harry Potter”-Jubiläum
Caroline Seidel

An die Bahnfahrten mit „Harry-Potter”-Autorin Joanne K. Rowling kann Rufus Beck sich noch gut erinnern. „Wir sind auf der Lesereise mit dem Zug quer durch Deutschland gefahren, haben viel Zeit miteinander verbracht”, erzählt der Schauspieler, dessen Stimme Fans von den Hörbüchern der Reihe vertraut ist.

18 Jahre ist es jetzt her, dass er mit der britischen Schriftstellerin Lesungen in Deutschland gab – es blieben Rowlings einzige Auftritte hierzulande. Seit mehr als zehn Jahren stand auch Beck nicht mehr mit den Bestsellern auf der Bühne. Jetzt kehrt er auf drei Lesungen zurück in die Hogwarts-Schule für Hexerei und Zauberei.

20 Jahre Harry Potter in Deutschland feiert der Carlsen Verlag, der die Übersetzung des ersten Bandes „Harry Potter und der Stein der Weisen” im Juli 1998 – ein Jahr nach dem englischen Original – herausbrachte. Zum Jubiläum veröffentlichen die Hamburger am 31. August eine Neuausgabe der gesamten Serie mit neuer Covergestaltung durch den italienischen Illustrator Icapo Bruno. Vom gleichen Tag an reist Beck an drei Abenden hintereinander in Hamburg, Berlin und München zurück in die magische Welt. Restlos ausverkauft sind die Veranstaltungen rund um den Schuljahresbeginn in Hogwarts (1. September), aber es gibt einen Internet-Livestream, wie der Verlag mitteilte.

„Früher bin ich mit meiner Harry-Potter-Show durch die Theater gezogen”, erzählt Beck. „Es war immer ein großer Spaß, weil alle Generationen im Publikum saßen. Aber dann gab es Pläne für ein Musical oder Theaterstück – und für uns die Rechte nicht mehr.” Er habe das sehr bedauert, erzählt der in München lebende Theater- und Filmschauspieler. Mehr als 200 Hörbücher hat er aufgenommen, zu großer Popularität verhalf ihm Harry. „Eigentlich kann ich nur sagen: Danke, Universum, dass ich diese Chance bekommen habe”, erklärt der 61-Jährige. „Es gibt viele große Dinge in meinem Leben, aber Harry Potter ist garantiert eine Sache, die mich ewig begleiten wird.”

Es sei bisweilen aber auch wie ein Rucksack gewesen, den er mit sich trage. Der Druck, den solch ein Erfolg mit sich bringt, vergleicht er mit einem legendären Weitsprung-Weltrekord. „Manchmal habe ich mich wie der Bob Beamon der Hörbuch-Literatur gefühlt”, sagt er. Der US-Leichtathlet konnte seinen Sprung von 1968 nie toppen, der Rekord blieb 23 Jahre lang bestehen. Die größte Bewunderung habe er dafür, wie Rowling trotz des immer größer werdenden Hypes ihre mit Spannung erwarteten Fortsetzungen weiterschreiben konnte. „Es fing an mit einem Meisterwerk der Kinderliteratur und hört auf mit einem Roman des Erwachsenwerdens.”

Über die Hogwarts-Rückkehr freut er sich auch, weil Harry ihn an seine Kindheit erinnert: „Wir sind beide im Internat groß geworden. Man wird auf Häuser aufgeteilt, muss sehr schnell Freundschaften schließen, sich aber auch verteidigen und seinen Platz finden. Dadurch wird man zwar zu einer großen Selbstständigkeit erzogen, aber auch zu einer gewissen Härte”, erzählt der Schauspieler, dessen eigene drei Kinder längst erwachsen und beruflich in seine Fußstapfen getreten sind. Mit Sohn Jonathan (27) steht er vom 23. September an in Berlin im Stück „Willkommen bei den Hartmanns” auf der Bühne.

Für die Potter-Lesungen unterbricht er die Proben – spätestens dann wird er sich wieder an die gemeinsamen Bahnreisen mit der öffentlichkeitsscheuen Autorin erinnern. „Ich fand sie unglaublich sympathisch”, sagt er. „Eine sehr zurückhaltende, leise, sensible und typisch englische, intellektuelle Dame im klassischen Kostüm”. Kontakt zu ihr habe er allerdings seither nie wieder gehabt, aber auf andere Weise von ihr gehört: „Sie hat mit der Figur des Zaubereiministers Rufus Scrimgeour einen persönlichen Gruß nach Deutschland geschickt.” Scrimgeour wurde erstmals im fünften Band erwähnt – Beck und Rowling reisten nach dem dritten Band gemeinsam.

Termine und Veranstaltungsorte: 31.8. (19 Uhr) Hamburg (Kulturkirche Altona), 1.9. (19 Uhr) Berlin (Theater im Delphi), 2.9. (18 Uhr) München (Reithalle)