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Russland greift weiter Ziele in Syrien an

Russland greift weiter Ziele in Syrien an
Russland greift weiter Ziele in Syrien an
Russian Defence Ministry Press S

Russland hat seine umstrittenen Luftangriffe in Syrien fortgesetzt und Kritik aus dem Ausland zurückgewiesen. Kampfjets hätten mehrere Stellungen der Terrorgruppe Islamischer Staat (IS) bombardiert, sagte Igor Konaschenkow vom Verteidigungsministerium in Moskau.

Westliche Kritik an der Intervention wies Russlands Außenminister Sergej Lawrow entschieden zurück. Ins Visier genommen würden nur Stellungen von «Terroristen», sagte er nach einem Treffen mit US-Chefdiplomat John Kerry in New York. Er wies Vorwürfe von sich, die Attacken hätten auch gemäßigten Rebellen gegolten, und es habe zivile Opfer gegeben.

US-Verteidigungsminister Ash Carter hatte am Mittwoch im Pentagon gesagt: «Es scheint, dass sie in Gegenden waren, wo vermutlich keine IS-Kräfte waren.» Russlands erklärter Kampf gegen den IS und die gleichzeitige Unterstützung Assads drohe die Lage eskalieren zu lassen. Russland «gießt Öl ins Feuer», sagte Carter. Scharfe Kritik an den Luftangriffen äußerte auch die syrische Opposition. Russland spalte das Land, teilte der Syrische Nationalrat mit.

Präsident Wladimir Putin hatte am Mittwoch auf Bitten der syrischen Führung die Luftangriffe in dem Bürgerkriegsland befohlen. Laut russischem Verteidigungsministerium hat Russland mehr als 50 Flugzeuge und Militärhubschrauber in Syrien stationiert und bereits 12 Stellungen des IS bombardiert.

Syrische Regimegegner berichteten von russischen Luftangriffen im Norden des Landes. Sie hätten Ziele in der Provinz Idlib attackiert, meldeten die Lokalen Koordinierungskomitees und das Portal Smart News. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.

Die genannten Gebiete stehen unter Kontrolle eines Bündnisses verschiedener Rebellengruppen. Dazu gehört neben moderateren Kräften auch die Nusra-Front, syrischer Ableger der Terrorgruppe Al-Kaida.

Kremlsprecher Dmitri Peskow sagte, Russland habe eine Liste mit extremistischen Organisationen, die bombardiert werden sollten. Er bekräftigte, dass Russland seine Aktionen mit der syrischen Armee koordiniere. Das Verteidigungsministerium veröffentlichte Satellitenbilder. Darauf sei zu sehen, dass in Syrien unter anderem Munitionsdepots und Treibstofflager sowie Kommandostellen des IS getroffen worden seien, hieß es.

Der Iran begrüßte Russlands Einsatz und sagte Unterstützung zu. «Das ist ein erster praktischer Schritt im Kampf gegen den IS, um eine Lösung zu ermöglichen», sagte Außenamtssprecherin Marsieh Afcham in Teheran. Wie Russland steht auch der Iran auf der Seite des syrischen Machthabers Baschar Al-Assad. Die USA fordern Assads Rücktritt und lehnen eine Zusammenarbeit mit dem Regime in Damaskus ab.

Lawrow kündigte Gespräche mit den USA über das weitere Vorgehen an. Die Verhandlungen könnten noch am Donnerstag beginnen, sagte er. Der Russlandbeauftragte der Bundesregierung, Gernot Erler, sagte im ZDF-«Morgenmagazin», es müsse verhindert werden, dass sich Moskau und Washington in Syrien in die Quere kämen.

Nach Informationen der russischen Tageszeitung «Kommersant» hat Moskau nahe der syrischen Stadt Latakia eine massive Militärpräsenz aufgebaut. Unter anderem seien dort Suchoi-Kampfjets sowie Mehrzweck- Hubschrauber und Bomber stationiert. Das Blatt hatte auch berichtet, dass sich auf dem russischen Marinestützpunkt in der syrischen Hafenstadt Tartus etwa 1700 russische Soldaten befinden sollen.