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RWE-Aufseher starten Beratungen über Konzern-Aufspaltung

Der RWE-Aufsichtsrat berät seit Freitagvormittag über die Aufspaltung von Deutschlands zweitgrößtem Energiekonzern. Im Laufe des Tages will das Gremium über die tiefgreifenden Umbaupläne von Vorstandschef Peter Terium entscheiden.

Der Manager kann mit breiter Zustimmung rechnen, weil sowohl die Gewerkschaften als auch die mächtigen kommunalen Aktionäre Einverständnis signalisiert haben.

2016 will das Management die Zukunftsgeschäfte erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb in einer neuen Tochter bündeln und diese an die Börse bringen. Damit will der von der Energiewende gebeutelte Konzern finanzielle Spielräume gewinnen. Das klassische Geschäft mit Kohle-, Gas- und Atomkraft sowie der Energiehandel bleiben bei der Mutter.

Die Tochter wird deutlich größer als die «alte» RWE. Allein zwei Drittel der derzeit rund 60 000 RWE-Beschäftigten sollen in der neuen Gesellschaft arbeiten, rund 70 Prozent des für 2015 erwarteten operativen Gewinns kommen aus deren Geschäften. Der Konzern selbst will langfristig die Mehrheit an der neuen Gesellschaft behalten.

Vor einem Jahr hatte Konkurrent Eon seine Aufspaltung angekündigt. Allerdings unterscheiden sich die Pläne in einem wichtigen Punkt: So gliedert Eon die Großkraftwerke in die neue Gesellschaft Uniper aus und will diese ebenfalls im kommenden Jahr an die Börse bringen. Der Hauptkonzern selbst will sich auf die zukunftsträchtigeren Geschäfte rund um den Ökostrom, Netze und den Energievertrieb konzentrieren.