Schneesturm im Himalaya: Mindestens 26 Tote

Schneesturm im Himalaya: Mindestens 26 Tote
Schneesturm im Himalaya: Mindestens 26 Tote
Black Yak Handout

Nach dem plötzlichen Wintereinbruch im Himalaya sind Helfer auf der Suche nach Dutzenden vermissten Wanderern und Bergsteigern. 26 Menschen konnten bis Donnerstag nur noch tot geborgen werden oder wurden offiziell für tot erklärt.

Rettungskräfte berichteten von mehreren Metern Schnee und Lawinen, deswegen war zunächst unklar, wie viele Menschen noch unter dem Schnee liegen könnten.

Die Verstorbenen stammen aus Nepal (12), Kanada (4), Polen (3), Israel (3), der Slowakei (2), Indien (1) und Vietnam (1). Unter den Opfern sind auch drei Yak-Hirten - Yaks sind eine Rinderart in Zentralasien. In einigen Berichten örtlicher Medien war auch von 29 Toten die Rede.

Bislang gebe es keine verlässlichen Angaben über Tote oder Vermisste aus Deutschland, hieß es aus dem Auswärtigen Amt in Berlin. Die deutsche Botschaft in Kathmandu sei eingeschaltet, um herauszufinden, ob Deutsche betroffen sind. Laut örtlichen Behörden wurden fünf Deutsche gerettet. Einer davon habe einen Beinbruch erlitten, die anderen hätten nur leichte Verletzungen davongetragen.

Grund für den plötzlichen Schneesturm am Dienstag waren die Ausläufer des Zyklons «Hudhud», der sich über dem Indischen Ozean gebildet hatte. Nach Recherchen der nepalesischen Zeitung «Kathmandu Post» wurden nur Bergsteiger ganz im Westen des Landes darüber informiert, dass schlechtes Wetter heranziehe. «Doch der Zyklon hat plötzlich seine Richtung geändert», sagte Suman Regmi, Chef des Wettervorhersage-Instituts, dem Blatt.

Dadurch wurde vor allem das Gebiet um den Achttausender Annapurna getroffen, wo eine beliebte Trekking-Rundtour jeden Herbst Wanderer aus aller Welt anzieht. Ein Mitarbeiter des Annapurna-Naturschutz-Projekts ACAP erklärte der Zeitung «Kantipur», in der Hochsaison im Oktober und November würden täglich Eintrittskarten für 280 bis 300 Menschen für die Region ausgestellt.

Es sei noch nicht klar, wie viele Menschen noch vermisst würden, sagte Devendra Lamichanne, Behördensprecher im betroffenen Distrikt Manang. Er gehe von Dutzenden aus. Die Zeitung «República» berichtete online, laut ACAP gebe es seit Beginn der Schneefälle keinen Kontakt zu 85 Touristen. Zahlreiche Helikopter der Armee und von Privatfirmen beteiligten sich an der Suche.

2014 ist eines der schlimmsten Jahre in der Geschichte des Bergsteigens und Wanderns in Nepal. Im April waren bei einem Eisfall am Mount Everest 16 Nepalesen gestorben - danach reisten Hunderte Bergsteiger, die auf den höchsten Berg der Welt wollten, vorzeitig ab.

Nepal ist ein verarmtes Entwicklungsland, gebeutelt von maoistischen Aufständen und einer lähmenden Politik. Es ist auf die Einnahmen aus dem Tourismus angewiesen. Eigentlich wollte Nepal bis 2020 die Marke von zwei Millionen Touristen erreichen. Doch das Land sei auf unerwartete Ereignisse - wie den Wetterumschwung vom Dienstag - nicht ausreichend vorbereitet, sagte Sharad Pradhan, Sprecher der Tourismusbehörde.