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Schwacher Eurokurs treibt den Dax an

Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt bleibt gut. Am Mittwoch sorgten ein schwacher Eurokurs und gute Konjunkturdaten aus den USA für frischen Rückenwind.

Der Dax schloss 1,57 Prozent höher bei 11 636,30 Punkten. Für den Index der mittelgroßen Werte MDax ging es um 0,60 Prozent auf 21 381,37 Punkte nach oben und der Technologiewerte-Index TecDax gewann 0,95 Prozent auf 1816,91 Punkte.

Bereits am Dienstagabend hatten Aussagen des Präsidenten der regionalen Notenbank von Atlanta, Dennis Lockhart, dem US-Dollar Auftrieb verliehen und den Euro im Gegenzug belastet. Seine Äußerungen waren als Hinweis auf eine mögliche Leitzinserhöhung durch die US-Notenbank Fed im September aufgefasst worden.

Hinzu kamen am Mittwoch positive Konjunktursignale aus den USA. Dort war die Stimmung im Dienstleistungssektor im Juli stärker gestiegen als erwartet. Dabei sei auch die Entwicklung der Arbeitsmarktkomponente sehr positiv gewesen, schrieb Analyst Tobias Basse von der NordLB in einer Studie. Das stimme mit Blick auf den US-Arbeitsmarktbericht an diesem Freitag optimistisch. Auf diesen warten die Marktakteure gespannt, nachdem die US-Notenbank Fed jüngst angedeutet hatte, dass es vor einem Zinsschritt noch einige weitere Verbesserungen am Arbeitsmarkt brauche.

Der Kurs des Euro fiel unter die Marke von 1,09 Dollar und notierte zuletzt bei 1,0871 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs auf 1,0883 (Dienstag: 1,0973) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9189 (0,9113) Euro. Ein niedrigerer Eurokurs hilft insbesondere der Exportwirtschaft, da sie deren Waren außerhalb der Eurozone günstiger macht, was den Absatz ankurbeln kann.

Impulse lieferte zudem die Quartalsberichtssaison der Unternehmen. Der Nivea-Produzent Beiersdorf überzeugte die Anleger mit der Gewinnentwicklung im abgelaufenen Jahresviertel. Die Aktie stieg als Spitzenreiter im Dax um 3,65 Prozent auf 82,90 Euro und ist damit wieder auf dem Weg in Richtung ihres Ende Mai erreichten Rekordhochs bei 84,28 Euro.

Im MDax sprangen die Kurse der Autozulieferer ElringKlinger und Norma Group um fast 7 Prozent beziehungsweise knapp 5 Prozent nach oben. ElringKlinger hatte im zweiten Quartal erneut von der Euroschwäche und einer starken Nachfrage in den USA profitiert. Die Norma Group war zwar nur dank Zukäufen und der Euroschwäche weiter gewachsen, allerdings waren die Resultate besser als vom Markt erwartet ausgefallen.

Die Aktien der Hannover Rück wurden hingegen mit einem Minus von 3,31 Prozent abgestraft: Zwar schraubte der Rückversicherer zur Bilanzvorlage seine Gewinnprognose für das laufende Jahr nach oben, das war für die meisten Marktteilnehmer aber keine Überraschung. Analysten hatten zudem beim Gewinn im ersten Halbjahr noch etwas mehr erwartet.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,46 Prozent am Vortag auf 0,50 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,58 Prozent auf 138,61 Punkte. Für den Bund Future ging es um 0,70 Prozent auf 153,14 Punkte nach unten./mis/he