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Schweizer sagen bei Volksentscheiden dreimal Nein

Die Schweizer haben am Sonntag bei Volksentscheiden dreimal Nein gesagt: Sie lehnten eine Begrenzung von Managergehältern auf das höchstens Zwölffache eines einfachen Arbeiterlohns im jeweils selben Unternehmen klar ab.

Ebenso stimmten die Eidgenossen laut Trendrechnungen gegen die von der Regierung gewünschte Erhöhung der Pkw-Maut um 150 Prozent auf umgerechnet 80 Euro. Abgelehnt wurde auch der Vorschlag, Familien einen Steuerabzug zu gewähren, die ihren Nachwuchs zu Hause betreuen und keine Kindertagesstätten in Anspruch nehmen.

Besonders eindeutig fiel die von den Schweizer Jungsozialisten eingebrachte sogenannte 1:12-Initiative durch. Dagegen stimmten laut Hochrechnungen rund 65 Prozent der Referendumsteilnehmer, wie das Meinungsforschungsinstitut gfs.bern mitteilte.

Der Präsident des Schweizer Arbeitgeberverbandes, Valentin Vogt, begrüßte die Entscheidung der Eidgenossen. Sie sei Ergebnis eines von den Unternehmern geführten sachlichen Abstimmungskampfes, der die Folgen einer Annahme der 1:12-Initiative aufgezeigt habe. Das Volk wolle zudem nicht, dass der Staat bei den Löhnen mitrede. Juso-Präsident David Roth erklärte hingegen: «Wir sind enttäuscht von diesem Resultat.» Er warf der Wirtschaft vor, das «Nein» mit einer Kampagne der Angstmacherei durchgesetzt zu haben.