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SPD kritisiert Juso-Chefin für Merkel-Lob scharf

Die Juso-Bundesvorsitzende Johanna Uekermann hat sich nach Lob für den Kurs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Flüchtlingspolitik scharfe Kritik von der SPD eingehandelt.

«Juso-Bundesvorsitzende geht CDU-Vorsitzender auf den Leim und fällt eigener Partei in den Rücken. Unlogisch, unsolidarisch, unklug», schrieb der stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Hubertus Heil im Kurznachrichtendienst Twitter.

SPD-Generalsekretärin Yasmin Fahimi erklärte in Berlin: «Ich höre wohl schlecht: Jusos loben die Kanzlerin?» Sie lobten damit die Frau, die die Transitzonen von CSU-Chef Horst Seehofer unterstützt habe, die den Familiennachzug für Syrer nicht wolle und die schwangeren, minderjährigen und behinderten Flüchtlingen keine angemessene medizinische Versorgung geben wolle. SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann sagte der «Rheinischen Post», Uekermann habe sich «total verrannt». Sie sei «konsequent unsolidarisch und wirklichkeitsfern».

Uekermann hatte der Deutschen Presse-Agentur vor dem an diesem Freitag beginnenden Juso-Bundeskongress in Bremen gesagt, Merkel zeige in der Flüchtlingsfrage «zum allerersten Mal in ihrer zehnjährigen Kanzlerschaft so etwas wie Rückgrat».

In der «Rheinischen Post» kanzelte sie zugleich die eigene Parteiführung ab: «Sigmar Gabriel gebe ich für seine Politik in der großen Koalition und als Parteivorsitzender eine Vier minus», sagte die 28-Jährige, die sich in Bremen zur Wiederwahl stellt. «Das, was die Koalition in der Asylpolitik macht, ist erbärmlich. Wir lassen uns von der Union an die Wand spielen.»