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Starker Euro drückt Dax klar ins Minus

Starker Euro drückt Dax klar ins Minus
Starker Euro drückt Dax klar ins Minus
Fredrik Von Erichsen

Der deutlich steigende Euro hat am deutschen Aktienmarkt die Freude über eine weiter lockere US-Geldpolitik verdrängt.

Nach einem freundlichen Start rauschte der Leitindex Dax zwischenzeitlich um mehr als 2 Prozent in die Tiefe. Am Nachmittag notierte er 1,66 Prozent im Minus bei 9817,24 Punkten.

Durch einen starken Euro verschlechtern sich die Exportchancen hiesiger Unternehmen. Zuletzt kostete die Gemeinschaftswährung mehr als 1,13 US-Dollar - einen ganzen Cent mehr als am Morgen und zwei Cent mehr als am Vortag.

Das zog auch die anderen Indizes in die Tiefe: Der Mittelwerte-Index MDax stand zuletzt 1,04 Prozent tiefer bei 19 894,41 Zählern und der Technologiewerte-Index TecDax verlor 2,08 Prozent auf 1598,80 Punkte. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,54 Prozent auf 3014,98 Punkte bergab.

Im frühen Handel hatte der Dax noch an seine zuletzt rasante Erholung angeknüpft und abermals die Marke von 10 000 Punkten überwunden. Händler sprachen daher auch von Gewinnmitnahmen. Nach der ersten Freude über ein langsameres Tempo bei weiteren US-Leitzinserhöhungen hätten am Aktienmarkt zudem wohl Wachstumssorgen die Oberhand gewonnen, sagte Analyst Augustin Eden vom Broker Accendo Markets.

Im Dax gehörten angesichts der Konjunktursorgen die Banken zu den größten Verlierern. Die schon vortags gebeutelten Aktien der Deutschen Bank und der Commerzbank verloren jeweils rund 3 Prozent. Der starke Euro belastete wiederum die Autobauer, vor allem den Vortags-Spitzenreiter BMW: Die Aktien büßten über 3 Prozent ein.

Ansonsten beschäftigten zahlreiche Bilanzen die Anleger. Eines der Hauptthemen war dabei die Dividende. In Zeiten schwankender Kurse und mickriger Zinsen hatte die Ausschüttung zuletzt an Bedeutung gewonnen.

Dax-Schlusslicht waren die Lufthansa-Titel, die um über fünfeinhalb Prozent absackten. Sie litten unter einem enttäuschenden Geschäftsausblick der Fluggesellschaft.

Die prozentual kaum veränderten Aktien von HeidelbergCement hielten sich indes deutlich besser als der Markt. Der Baustoffkonzern überzeugte seine Anteilseigner mit einer überraschend deutlichen Dividendenanhebung. Gleiches galt für Wacker Chemie mit einem Kursplus von 2 Prozent.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,18 Prozent auf 0,14 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,12 Prozent auf 141,54 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,28 Prozent auf 162,23 Punkte. Der Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1311 (Mittwoch: 1,1064) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8841 (0,9038) Euro.