NACH BLOCKADE

Stau am Suezkanal soll rasch aufgelöst werden

Der Stau wegen der Blockade im Suezkanal beschäftigt nach wie vor die Verantwortlichen. Nun könnte er auch noch hundertausenden Tieren das Leben kosten.
dpa
Schiffsverkehr im Suezkanal wieder angelaufen
Nach tagelanger Blockade durch einen quergestellten Riesenfrachter gibt es im Suezkanal wieder Schiffsbewegung. Foto: Sayed Hassan/dpa Sayed Hassan
Kairo ·

Nach dem Ende der Blockade im Suezkanal bemühen sich die Verantwortlichen, einen der größten Schifffahrt-Staus der vergangenen Jahre so schnell wie möglich aufzulösen.

Mehr als 160 Schiffe hätten die Wasserstraße seit der Freigabe des Verkehrs am Montag durchfahren, teilte der Kanaldienstanbieter Leth Agencies mit. Etwa 290 warteten aber noch am nördlichen und südlichen Ende des Kanals. Darunter seien vor allem Massengutfrachter, Containerschiffe und Öltanker. Außerdem wurde am Mittwoch die Ankunft von mehr als 40 zusätzlichen Schiffen erwartet.

Der Leiter der Kanalbehörde, Usama Rabi, hatte eine Auflösung des Staus bis Ende der laufenden Woche in Aussicht gestellt. Betroffene Unternehmen gehen aber davon aus, dass die Blockade noch deutlich längere Folgen für den Handel haben wird. Der Vorfall werde „über Wochen wellenförmige Auswirkungen auf globale Lieferketten” verursachen, teilte die dänische Reederei Maersk mit. Export- und Importfirmen sowie Schiffsbetreiber müssen nun so schnell wie möglich Liegeplätze in Häfen sichern und ihre Fracht ans Ziel bringen.

Betroffen sind nach Schätzungen der Tierschutzorganisation Animals International auch rund 200.000 Tiere, die wegen der Blockade sterben könnten, 130.000 davon aus Rumänien. An Bord der 16 Schiffe am Suezkanal, die Vieh von der EU zum Persischen Golf transportieren, neigten sich Futter und Wasser dem Ende, berichtete die Nachrichtenseite „EU Observer” unter Berufung auf die Organisation.

Das Ausmaß des wirtschaftlichen Schadens – möglicherweise in Milliardenhöhe – ist noch nicht absehbar. Heute seien Milliarden Menschen auf einzelne Schritte der Lieferketten angewiesen, schrieb Elisabeth Braw vom American Enterprise Institute im Magazin „Foreign Policy” – „von Orangen über Maschinen bis zu Hafenarbeitern und komplexer Software, die jeden Schritt organisiert”. Die vielen Schwachstellen und Risiken würden dabei aber ignoriert.

© dpa-infocom, dpa:210331-99-42273/2

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