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Stimmung in der Industrie drückt auf Kauflaune im Dax

Stimmung in der Industrie drückt auf Kauflaune im Dax
Stimmung in der Industrie drückt auf Kauflaune im Dax
Fredrik Von Erichsen

Die durchwachsene Stimmung in der chinesischen und europäischen Industrie hat den Dax belastet. Zudem herrschte Unsicherheit vor wichtigen Wirtschaftsdaten aus den USA, die Einfluss auf die Zinspolitik der US-Notenbank haben dürften.

Bis zum Nachmittag gab der deutsche Leitindex um 0,83 Prozent auf 10 177,38 Punkte nach, hatte allerdings im abgelaufenen Monat Mai zwei Prozent hinzugewonnen.

Der MDax der mittelgroßen Unternehmen sank zur Wochenmitte um 0,71 Prozent auf 20 615,68 Punkte, während der Technologiewerte-Index TecDax mit plus 0,03 Prozent auf 1688,67 Punkte auf der Stelle trat. Der EuroStoxx 50, der Leitindex der Eurozone, verlor 1,09 Prozent.

«Die Risikoaversion ist zurückgekehrt und die weltweit jüngsten Daten zur Stimmung in der Industrie müssen verdaut werden», kommentierte Marktanalyst Michael Hewson vom Broker CMC Markets UK die getrübte Stimmung.

In China war der offizielle Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe im Mai etwas besser als erwartet ausgefallen. Im Euroraum trübte sich die Stimmung wie erwartet etwas ein.

Kurz nach dem Handelsstart an der Wall Street rückten noch die Stimmungsdaten für die US-Industrie in den Fokus, bevor am Freitag der monatliche US-Arbeitsmarktbericht das marktbeherrschende Thema ist. Er gilt als wichtige Grundlage für die Zinsentscheidung der US-Notenbank (Fed). Gerätselt wird immer noch, ob es bereits im Juni zu einer ersten Anhebung in diesem Jahr kommen könnte.

Schlechte Stimmung herrschte europaweit wieder in der Bankenbranche, die als einer der schwächsten Sektoren fast 2 Prozent einbüßte. Davon wurden auch die deutschen Werte erfasst.

Sehr schwach präsentierten sich auch die Versorgeraktien Eon und RWE mit jeweils fast 3 Prozent Verlust. Die Bundesregierung schließt bei der Finanzierung des Atomausstiegs mögliche Schlupflöcher für Energiekonzerne.

Die Papiere des Chemie- und Pharmaunternehmens Bayer gewannen 0,62 Prozent. Nach Ansicht von Konzernchef Werner Baumann ist für den anvisierten milliardenschweren Monsanto-Kauf ein langer Atem nötig. «Die geplante Übernahme von Monsanto wird kein Sprint, sondern sicherlich eher ein Marathon», sagte er der «Wirtschaftswoche».

Eine Analystenstudie beeinflusste im TecDax die Nordex-Aktien positiv. Sie profitierten von einer Empfehlung der US-Investmentbank Goldman Sachs und legten um knapp 6 Prozent zu.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 0,07 Prozent am Dienstag auf 0,03 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,17 Prozent auf 142,43 Punkte. Der Bund Future gewann 0,22 Prozent auf 164,40 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1174 (Dienstag: 1,1154) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8949 (0,8965) Euro.