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Syrien-Sorgen belasten Stimmung am deutschen Aktienmarkt

Wieder aufgeflammte Sorgen vor einer Intervention in Syrien haben den Dax am Dienstag nach einem kaum veränderten Verlauf spürbar belastet. Zeitweise sank er um mehr als ein Prozent.

Die russische Nachrichtenagentur «Interfax» hatte gemeldet, dass zwei Raketen in Richtung östliches Mittelmeer abgefeuert worden seien. Der Ölpreis sprang daraufhin kurz an und die Aktienmärkte gerieten unter Druck. Nach einem ersten Schreck erholten sich die Kurse dann wieder teilweise. Der Dax büßte bis zur Mittagszeit noch 0,65 Prozent ein auf 8190 Punkte.

Sollte sich die Meldung aus Russland als Finte erweisen, so Chefanalyst Jörg Rohmann vom Broker Alpari in Frankfurt, könnte der Leitindex kurzfristig wieder bis auf rund 8300 Punkte steigen. Der MDax gab um 0,26 Prozent auf 14 598 Punkte nach. Der TecDax sank um 0,14 Prozent auf 1035 Punkte.

Am deutschen Aktienmarkt standen vor allem die Anteilsscheine von ThyssenKrupp im Blick. Sie büßten 2,46 Prozent auf 15,865 Euro ein. Nach einem Bericht der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» gibt es aktuell Befürchtungen, ob der Verkauf der Stahlwerke in Brasilien und den USA abgeblasen werden und eine Kapitalerhöhung bevorstehen könnte. Der Industriekonzern dementierte dies allerdings.

Die Befürchtungen einer Intervention in Syrien, die auch den Ölpreis für kurze Zeit leicht nach oben getrieben hatten, belasteten die Lufthansa-Aktien mit minus 3,65 Prozent. Hinzu kommt, dass das Arbeits- und Sozialgericht Wien die Mitte 2012 vollzogene Übertragung des Flugbetriebs der österreichischen Tochter AUA auf die günstiger operierende Tochter Tyrolean in Frage gestellt hat. Da der Personaltransfer zu Tyrolean dazu beigetragen habe, den operativen Gewinn der Lufthansa zu verbessern, drücke auch diese Nachricht auf die Stimmung, sagte ein Händler.

Im MDax eroberten die Papiere von Rhön-Klinikum die Spitze mit plus 2,46 Prozent. Der Medizinzulieferer B.Braun will sich einen größeren Spielraum für eine Blockade bei Rhön verschaffen. Das Bundeskartellamt soll prüfen, ob das Unternehmen aus dem hessischen Melsungen seinen Anteil auf mehr als 25 Prozent aufstocken darf.