MUTMAßLICHE IS-ANGEHÖRIGE

Terror-Prozess: Ließ Deutsche kleines Mädchen verdursten?

– Vor dem Oberlandesgericht München beginnt heute der Prozess gegen eine junge Deutsche, die sich der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) im Irak angeschlossen haben soll.
dpa
IS-Flagge
Ein Kleintransporter fährt im Juli 2014 im irakischen Rawa an einer IS-Flagge vorbei. Eine Deutsche muss sich im Zusammenhang mit dem Tod eines jesididschen Kindes in München vor Gericht verantworten. Foto: AP

Die Bundesanwaltschaft wirft der 27-Jährigen aus Niedersachsen Mord vor, Kriegsverbrechen und Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung. Sie soll im Sommer 2015 gemeinsam mit ihrem Mann ein kleines Mädchen aus einer Gruppe jesidischer Kriegsgefangener als Sklavin gekauft haben.

Weil das Kind ins Bett gemacht hatte, soll der Mann es zur Strafe in sengender Sonne angekettet haben, wo es qualvoll verdurstete. Die Angeklagte soll nichts dagegen unternommen haben. Der Vorwurf: Mord durch Unterlassen.

Die Mutter des Mädchens tritt als Nebenklägerin in dem aufsehenerregenden Verfahren auf; die bekannte Menschenrechtlerin Amal Clooney ist eine ihrer Anwältinnen. «Jesidische Opfer warten schon viel zu lange auf ihre Gelegenheit, vor Gericht auszusagen», sagte Clooney laut einer gemeinsamen Mitteilung der Nebenklage und der jesidischen Organisation Yazda. Sie dankte den deutschen Anklägern für ihren Einsatz. Nach Angaben von Yazda handelt es sich um die weltweit erste Anklage wegen Straftaten von IS-Mitgliedern gegen die religiöse Minderheit der Jesiden. Die Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad nannte den Prozess einen großen Moment.

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