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Tote bei Gefechten mit Terroristen im Irak

Nach der Eroberung zweier Städte haben Al-Kaida-nahe Milizen ihre Positionen in der westirakischen Provinz Al-Anbar am Wochenende erbittert verteidigt.

In der Provinzhauptstadt Ramadi gerieten die Terroristen unter Druck. Weite Teile der Nachbarstadt Falludscha wurden jedoch weiterhin von Kämpfern der Gruppe Islamischer Staat im Irak und in Syrien (ISIS) beherrscht.

Die USA zeigten sich wegen der Stärke der Islamisten alarmiert. Außenminister John Kerry machte am Sonntag aber deutlich, dass der irakische Regierungschef Nuri al-Maliki nicht auf direkte Truppenhilfe der USA bei der Vertreibung der Terroristen rechnen kann. Kerry sagte vor Journalisten in Jerusalem, Washington sei zwar sehr besorgt über die aktuelle Entwicklung in Al-Anbar. Er betonte jedoch gleichzeitig: «Dieser Kampf ist Sache der Iraker.»

In der Provinzhauptstadt Ramadi boten am Samstag und Sonntag nur Stammeskämpfer und lokale Polizeikräfte, den islamistischen Terroristen die Stirn. Soldaten waren nicht im Einsatz. Der Stammesführer Ahmed Abu Rischa sagte dem Fernsehsender Al-Arabija, man habe die ISIS-Kämpfer «zu 90 Prozent» aus Ramadi vertrieben.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Bagdad waren am Samstag bei «Angriffen der Armee in Zusammenarbeit mit den Stämmen» in der Provinz Al-Anbar 55 Terroristen getötet worden. Die Kämpfer der ISIS, die ideologisch dem Al-Kaida-Netzwerk zuzuordnen ist, waren in der vergangenen Woche in mehrere Städte der westlichen Wüstenprovinz einmarschiert, nachdem sich die Armee zurückgezogen hatte.

In Bagdad zündeten Terroristen am Sonntag mehrere Sprengsätze. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Sumeria News starben mindestens zehn Menschen. 28 Menschen wurden verletzt. Die Opfer waren größtenteils Zivilisten.

Kerry erklärte, die ISIS-Terroristen, die sich fast ausschließlich vermummt zeigen, seien «die gefährlichsten Akteure in dieser Region. Ihre Barbarei gegen die Zivilisten (...) kann jeder sehen.» Eine Rückkehr amerikanischer Truppen in den Irak sei trotzdem ausgeschlossen. «Wir denken, und das ist wohl offensichtlich, nicht über eine Rückkehr nach.»

Die US-Armee war 2003 im Irak einmarschiert und hatte den Diktator Saddam Hussein gestürzt. Nach dem vollständigen Zusammenbruch der Staatsmacht bemühten sich die Amerikaner vergeblich, eine stabile Nachkriegsordnung zu installieren. Im Dezember 2011 verließen die letzten US-Truppen den Irak.