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Trübe Unternehmensstimmung in Europa zieht Dax nach unten

Wachsende Sorgen um Europas Konjunktur haben den Dax deutlich belastet. Der deutsche Leitindex weitete am frühen Nachmittag seine Vortagesverluste aus und fiel um 1,32 Prozent auf 11 710,50 Punkte.

Zuvor waren die Einkaufsmanager-Indizes für Deutschland und Frankreich hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Damit schmilzt der bisherige Wochengewinn auf ein kleines Plus zusammen.

Der MDax der mittelgroßen Werte büßte 1,00 Prozent auf 21 003,22 Punkte ein, der Technologiewerte-Index TecDax stand 0,75 Prozent tiefer bei 1653,83 Punkten. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 1,18 Prozent nach unten.

Die Unternehmensstimmung im Euroraum hatte sich im April nach vier Anstiegen in Folge eingetrübt. Der Einkaufsmanagerindex, eine Umfrage unter leitenden Angestellten, fiel um 0,5 Punkte auf 53,5 Zähler. Bankvolkswirte dagegen hatten im Schnitt mit einer weiteren Verbesserung auf 54,4 Punkte gerechnet.

Angesichts der verbreiteten Erwartung, dass die sehr lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank das klägliche Wachstum zum Jahresauftakt ordentlich ankurbeln würde, sei die momentane Abkühlung doch eine herbe Enttäuschung, sagte Chefökonom Chris Williamson vom Forschungsinstitut Markit.

Gesprächsthema Nummer eins bei den Einzelwerten war die erneute Gewinnwarnung bei dem Bau- und Industriedienstleister Bilfinger. Das Unternehmen hatte am Vorabend seine erst Mitte März bestätigte Jahresprognose zurückgezogen. Die Schweizer Großbank UBS sieht nun die avisierte Dividendenzahlung von 2 Euro je Aktie in Gefahr. Die Aktionäre reagierten geschockt und schickten die Papiere am MDax-Ende um 15,55 Prozent auf 48,66 Euro in den Keller.

Schlechte Nachrichten kamen auch von Wincor Nixdorf: Der Geldautomaten- und Kassensystemhersteller reagiert mit einem neuen Sparprogramm auf die anhaltende Geschäftsflaute. Das Unternehmen kündigte den Abbau von rund 1100 der zuletzt gut 9200 Stellen an. Die Aktien fielen als zweitschwächster Wert im MDax um knapp 4 Prozent.

Die Anteilsscheine der Deutschen Bank hielten sich mit minus 0,45 Prozent besser als der Gesamtmarkt. Das Institut muss zwar wegen seiner Verstrickungen in den Libor-Skandal um manipulierte Zinssätze eine Rekordstrafe von 2,5 Milliarden US-Dollar zahlen. Anleger hoffen nun aber auf Neuigkeiten zur strategischen Richtungsentscheidung des Unternehmens.

Die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere rückte von 0,07 Prozent am Vortag auf 0,12 Prozent vor. Der Rentenindex Rex fiel um 0,19 Prozent auf 140,73 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,11 Prozent auf 159,35 Punkte zu. Der Eurokurs stieg: Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,0772 (Mittwoch: 1,0743) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9283 (0,9308) Euro.