WASSERVERSCHMUTZUNG DROHT

Trinkwasserpreise klettern

Die Trinkwasserpreise für Verbraucher in Deutschland sind in den vergangenen Jahren spürbar gestiegen.
dpa
Trinkwasserpreise klettern
Trinkwasserpreise klettern Lino Mirgeler
Frankfurt.

Zwischen 2005 und 2016 legten sie um 25 Prozent zu, wie die Grünen-Fraktion in einer Analyse auf Basis von Daten des Statistischen Bundesamts bemängelte.

Für einen Haushalt von zwei Personen bedeute dies Mehrausgaben von 50 Euro. Zuvor hatte die „Saarbrücker Zeitung” darüber berichtet. Demnach sind vor allem seit 2014 die Trinkwasserpreise stark geklettert. Indes gibt es Uneinigkeiten über die Berechnungsgrundlage.

Die Grünen machen für den Anstieg auch den Einsatz von Düngern verantwortlich. Dagegen wehrte sich der Bauernverband. Die Wasserwirtschaft erklärte, die Trinkwasserpreise seien nicht stärker gestiegen als die Inflation. Sie sieht aber Gefahren für die Wasserqualität.

Der Verband der kommunalen Unternehmen (VKU) stellte die Preisangaben der Grünen in Frage. So habe das Statistische Bundesamt 2013 die Berechnungsmethode geändert, was auch die Behörde bestätigte. Bei gleicher Grundlage ergebe sich ein Anstieg der Trinkwasserpreise von nur 17,2 Prozent in dem Zeitraum. Der Zuwachs befindet sich dann etwa im Gleichklang mit der Inflation, die laut Statistischem Bundesamt zwischen 2005 und 2016 bei 17,6 Prozent liegt.

Die Grünen fordern schärfere Gesetze für den Einsatz von Gülle, Pestiziden und Arzneien, die Grundwasser verunreinigten. Brunnen müssten zunehmend wegen Verschmutzung durch Nitratdünger sowie Arzneien aufgegeben werden.

Zudem sinke der Wasserverbrauch pro Kopf seit Jahren, wodurch höhere Kosten für das Spülen der Leitungen entstünden. Teils müssten auch Netze verkleinert werden. Wasserversorger legten die Kosten oft auf Verbraucher um. „Die Bundesregierung lässt die Verbraucher mit den steigenden Trinkwasserkosten alleine”, kritisieren sie.

Der Bauernverband entgegnete, die Auflagen für Landwirte in Trinkwassergebieten seien bereits „exorbitant”. Ein Sprecher sprach von „Panikmache” der Grünen.

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) erklärte, der Anstieg der Trinkwasserpreise seit 2005 überträfe nicht die Inflation. Erst seit 2015 sei der Zuwachs höher als die allgemeine Teuerung. Die Versorger hätten ferner mehr in die Infrastruktur investiert, alleine für 2018 seien 2,7 Milliarden vorgesehen.

Jedoch müsse Trinkwasser besser geschützt werden. „Die zunehmende Verschmutzung des Grundwassers erfordert eine immer kostenintensivere Trinkwasseraufbereitung, sagte Martin Weyand, Hauptgeschäftsführer beim BDEW für Wasser und Abwasser. Ein EU-Gutachten zeige, dass an 28 Prozent der Messstationen die Nitratbelastung überschritten werde.

Zudem steige mit der Überalterung der Gesellschaft der Einsatz von Medikamenten. Zwar gebe es heute „keinerlei Anlass zur Sorge um die hohe Trinkwasserqualität”, sagte Weyand. Doch müsse zum Umweltschutz sichergestellt werden, dass möglichst wenige Arzneien ins Trinkwasser gelangten.

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