UMWELTSCHUTZ

Tesla darf ohne Genehmigung Bäume roden

Der Plan von Tesla, eine Fabrik in Brandenburg zu bauen, stößt bei Umweltschützern auf Kritik. Jetzt darf das Unternehmen mit der Rodung eines Waldes beginnen - obwohl das umweltrechtliche Verfahren noch läuft.
dpa
Künftiges Gelände der Tesla-Fabrik
Ein Traktor vom Landesbetrieb Forst Brandenburg arbeitet an der Erschließung eines Waldweges auf dem künftigen Gelände der Tesla-Gigafactory. Patrick Pleul
Potsdam.

Der US-Elektroautobauer Tesla darf trotz des noch laufenden umweltrechtlichen Genehmigungsverfahrens für sein neues Werk in Grünheide mit der Rodung des Waldes beginnen.

Das Landesamt für Umwelt habe die Zulassung für einen vorzeitigen Beginn der Rodung eines knapp 92 Hektar großen Waldstücks erteilt, teilte das Brandenburger Umweltministerium mit. Nach Angaben des Brandenburger Regierungssprechers Florian Engels soll die Rodung vor Ort bereits begonnen haben. Eine Sprecherin von Tesla Deutschland war zunächst nicht zu erreichen.

Zudem hat Tesla laut Umweltministerium die Erlaubnis für bauvorbereitende Maßnahmen wie das Anlegen von Baustraßen zum betroffenen Gebiet nach Paragraf 8 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes bekommen.

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Tesla geht Risiko ein

Das Ministerium machte deutlich, dass Tesla „auf eigenes Risiko” mit den Arbeiten loslegen dürfe. „Allerdings musste der Investor sich verpflichten, den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen, falls die Genehmigung für das Vorhaben doch nicht erteilt werden kann.” Für den Wald bedeute dies, dass Ersatzflächen in jedem Fall aufgeforstet werden müssten.

„Mit dieser Entscheidung ist keine Vorwegnahme der endgültigen Genehmigung verbunden”, hieß es. Das Genehmigungsverfahren laufe weiter. Bis zum 5. März können Bürger Bedenken und Anregungen einreichen, die später öffentlich erörtert werden sollen.

Ausgleichsmaßnahmen angekündigt

Laut Ministerium sind zahlreiche Auflagen zum Schutz der Umwelt und der Bevölkerung für die Zeit während der Arbeiten festgelegt worden. Am Mittwoch kündigte Tesla an, vor dem Bau rund 400 Nistkästen aufhängen und mehrere Nester mit Waldameisen umsiedeln zu wollen. Außerdem sollen Reptilien einen neuen Lebensraum finden, der mit Schutzzäunen abgesichert werden soll. Auch das Abholzen der Bäume soll ausgeglichen werden. Entsprechenden Flächen stünden landesweit bereits bereit.

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«Das sind sicher wirksame Maßnahmen, wenn man den Wald anfasst», sagte der Brandenburger Nabu-Vorsitzende Friedhelm Schmitz-Jersch. Eine abschließende Bewertung könne er aber noch nicht geben. Um einen Wolf, der in dem Gebiet leben soll, macht sich der Naturschützer indes keine Sorgen. «Ein Wolf legt so viele Kilometer pro Nacht zurück, er wird das Gebiet dann einfach meiden.»

Mitte Januar war der Kaufvertrag für das Grundstück unterzeichnet worden. Ein zweites, unabhängiges Gutachten zum Grundstückswert steht allerdings noch aus. Der Besitz mit Eintragung in das Grundbuch geht erst auf Tesla über, wenn der Kaufpreis gezahlt ist.

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