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UN-Inspekteure forschen nach Beweisen für Giftgas-Attacke

UN-Inspekteure forschen nach Beweisen für Giftgas-Attacke
UN-Inspekteure forschen nach Beweisen für Giftgas-Attacke
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Zum Start der UN-Untersuchung des angeblichen Giftgas-Einsatzes in Syrien hat Generalsekretär Ban Ki Moon schnelles Handeln angemahnt. «Jede Stunde zählt. Wir können uns keine Verzögerungen mehr leisten.» Das Regime müsse den UN-Experten uneingeschränkten Zugang zu dem Gebiet verschaffen.

Chemiewaffen-Experten der Vereinten Nationen sind mittlerweile von Damaskus aus aufgebrochen, um die angeblich mit Giftgas bombardierten Gebiete in Augenschein zu nehmen. Der libanesische Fernsehsender Al-Mayadeen meldete, Ziel der Inspekteure sei die Ortschaft Duma nordöstlich von Damaskus. Bei dem Angriff am Mittwoch sollen nach Behauptung der Rebellen mehr als 1000 Menschen ums Leben gekommen sein. Eine unabhängige Bestätigung gibt es nicht.

Der syrische Präsident Baschar al-Assad warnte indessen den Westen in einem Interview einer russischen Zeitung vor einer Militäroffensive in seinem Land. Das Szenario der arabischen Revolutionen habe sich überholt, sagte Assad. «Was in Syrien passiert, ist keine Volksrevolution und keine Forderung nach Reform. Das ist Terrorismus.»

Assad wies erneut Vorwürfe zurück, dass er Chemiewaffen gegen seine Gegner einsetze und beschuldigt stattdessen die Rebellen, Giftgas eingesetzt zu haben.

Der britische Premierminister David Cameron und Bundeskanzlerin Angela Merkel haben nach Regierungsangaben aus London dagegen «wenig Zweifel», dass das syrische Regime hinter dem angeblichen Giftgaseinsatz bei Damaskus steckt. Nach einem Telefongespräch beider Politiker teilte ein britischer Regierungssprecher nach Angaben der britischen Nachrichtenagentur PA am späten Sonntagabend mit, beide seien sich einig, dass die UN-Inspekteure in Syrien versuchen sollten, weitere Informationen zu erhalten.

Jedoch sei es angesichts des fortgesetzten Beschusses des Gebiets in den vergangenen Tagen wahrscheinlich, dass es kaum harte Beweise geben werde. Solch ein Chemiewaffenangriff verlange eine «harte Antwort» der internationalen Gemeinschaft, hätten beide übereingestimmt.

Großbritanniens Außenminister William Hague hält ein militärisches Eingreifen in Syrien auch ohne einstimmiges Votum des Weltsicherheitsrates für legitim. «Was auch immer wir tun, wird im Einklang mit internationalem Recht sein», sagte Hague dem BBC-Radio.

«Der UN-Sicherheitsrat ist nicht einig über Syrien und hat seine Verantwortung gegenüber Syrien schlicht nicht wahrgenommen», sagte Hague. «Wäre das anders, hätte es eine bessere Chance gegeben, diesen Konflikt bereits vor langer Zeit zu beenden», fuhr er fort. «Ist es möglich, auf einen Chemiewaffenangriff ohne einstimmige Entscheidung des Weltsicherheitsrates zu reagieren», fragte Hague. «Ich würde argumentieren: Ja, es ist möglich.»