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UN-Konferenz sucht Schutz für ethnisch Verfolgte in Nahost

UN-Konferenz sucht Schutz für ethnisch Verfolgte in Nahost
UN-Konferenz sucht Schutz für ethnisch Verfolgte in Nahost
Francois Mori / Pool

Zum Schutz von ethnisch und religiös verfolgten Minderheiten im Nahen Osten wollen Länder der Region mit internationaler Unterstützung einen Aktionsplan erarbeiten.

Es sei notwendig, demokratische Entwicklungen in der Region zu unterstützen, sagte UN-Vize Jan Eliasson zum Auftakt einer Konferenz der Vereinten Nationen in Paris. Mit politischen Lösungen sollten die Konflikte etwa in Syrien und im Jemen beendet und Libyen und der Irak befriedet werden.

Vertreter aus rund 60 Ländern waren auf Einladung des jordanischen Außenministers Nasser Judeh und seines französischen Amtskollegen Laurent Fabius nach Paris gekommen. Zuvor hatte sich der UN-Sicherheitsrat im März mit der Verfolgung von Minderheiten durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) befasst, die in großen Teilen Syriens und des Iraks ein Kalifat ausgerufen hat.

Die Terroristen gehen brutal gegen Andersgläubige und Minderheiten vor. Die sunnitischen Extremisten haben in Syrien und im Irak Zehntausende Angehörige anderer Konfessionen getötet, entführt oder in die Flucht getrieben. Opfer sind nicht nur Nicht-Muslime wie Christen und Jesiden, sondern auch Schiiten, neben den Sunniten die zweite große Strömung im Islam.

Nach UN-Angaben ist allein in Syrien die Zahl der Christen während des Konflikts von 2,5 Millionen auf 500 000 zurückgegangen. Im Irak zählte die Organisation aktuell etwa zwei Millionen Verfolgte.

Mit Blick auf Europa sagte Judeh in Paris, ein Fortgang der Krise ohne Aussicht für die Betroffenen würde Konsequenzen weit über die Region hinaus bedeuten. Der Ursprung der Zivilisation sei von Terrorismus bedroht. Auch aus Sicht von Fabius muss dringend gehandelt werden. Deswegen solle die Konferenz einen Aktionsplan erarbeiten.

Frankreichs Präsident François Hollande sagte, der Nahe Osten müsse wieder eine Region werden, wo Religionen und Völker Seite an Seite leben können. Die IS-Terroristen zerstörten alles und wollten eine Macht des Terrors etablieren. Millionen Zivilisten hätten ihre Heimat verlassen und schauten nach Europa. Dies zeige die Dringlichkeit.