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UN-Sicherheitsrat ruft Sondersitzung zu Nordkorea ein

UN-Sicherheitsrat ruft Sondersitzung zu Nordkorea ein
UN-Sicherheitsrat ruft Sondersitzung zu Nordkorea ein
Kcna

Nach den jüngsten nordkoreanischen Raketentests will sich der UN-Sicherheitsrat noch heute in New York zu einer Sondersitzung treffen. Das Gremium werde sich um 22.00 Uhr MESZ treffen, teilten die Vereinten Nationen mit.

Dass eine Rakete bis in die Nähe der japanischen Küste geflogen sei, bevor sie ins Wasser stürzte, «ist etwas, was der Sicherheitsrat sehr ernst nehmen muss», sagte der stellvertretende britische UN-Botschafter Peter Wilson.

Der Testflug einer nordkoreanischen Mittelstreckenrakete bis in die Nähe der japanischen Küste hatte zuuvor große Empörung ausgelöst.

Die Rakete sei 250 Kilometer vor der Oga-Halbinsel an der Westküste Japans in der ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ) des Landes ins Wasser gestürzt, teilte der japanische Verteidigungsminister Gen Nakatani mit. Zum ersten Mal ging damit eine nordkoreanische ballistische Rakete in die AWZ Japans nieder. Zugleich war noch nie seit 1998 eine nordkoreanische Rakete so nahe an das japanische Territorium geflogen.

Ministerpräsident Shinzo Abe bezeichnete den Test als «unerhörte Aktion und eine ernste Bedrohung für die Sicherheit unseres Landes». Nordkorea habe mit dem Test gegen UN-Resolutionen verstoßen. Tokio habe bei Pjöngjang dagegen in aller Schärfe protestiert.

Nach Beschlüssen des UN-Sicherheitsrates ist dem kommunistischen Regime der Start ballistischer Raketen untersagt. Nordkorea entwickelt die Raketen als Teil seines Programmes zum Aufbau einer Atomstreitmacht. Das Land hatte 1998 eine Rakete über Japan hinweg in den Pazifik geschossen. Japan hatte Nordkorea vorgeworfen,  hoheitliches japanisches Gewässer und seinen Luftraum verletzt zu haben. Nordkorea wies das zurück und sprach damals von einem Satellitenstart.

Das nordkoreanische Militär habe im Südwesten des Landes zwei mutmaßliche Rodong-Raketen gestartet, von denen eine 1000 Kilometer in Richtung Japan geflogen sei, teilte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums in Seoul mit. Die andere Rakete sei vermutlich direkt nach dem Start explodiert.

Die jüngsten Raketentests durch Nordkorea folgten neuen Drohungen des kommunistischen Regimes, gegen die geplante Stationierung eines weiteren amerikanischen Raketen-Abwehrsystems in Südkorea mit «physischen Maßnahmen» vorzugehen.

Am 19. Juli hatte das Land drei ballistische Raketen abgefeuert, die zwischen 500 und 600 Kilometer in Richtung Meer geflogen waren. Das Regime hatte diese Tests als Teil einer Übung zur Simulation von Erstschlägen gegen See- und Flughäfen in Südkorea bezeichnet, die vom US-Militär benutzt werden. Zuvor hatten Washington und Seoul ihre Entscheidung bekanntgegeben, im nächsten Jahr das US-Raketen-Abwehrsystem THAAD in Südkorea zu stationieren.  

Nordkorea hatte in den vergangenen Monaten zahlreiche Raketentests unternommen, darunter befanden sich auch Starts von einem U-Boot aus. Seit einem neuen Atomtest Nordkoreas Anfang dieses Jahres und einem umstrittenen Raketenstart ist die Lage in der Region sehr gespannt.