NORD STREAM 2

US-Botschafter schreibt deutschen Firmen Pipeline-Drohbrief

Im Streit über die Ostsee-Pipeline Nord Stream 2 setzt der US-Botschafter in Berlin deutsche Unternehmen immer stärker unter Druck. Sie würden die Sicherheit der Ukraine und Europas untergraben.
dpa
Pipeline: US-Botschafter schreibt deutschen Firmen Drohbrief
Pipeline: US-Botschafter schreibt deutschen Firmen Drohbrief Daniel Bockwoldt
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Berlin.

Nachdem US-Botschafter Richard Grenell bereits Ende Dezember mit Sanktionen gedroht hatte, schrieb er nun mehreren an der Gas-Pipeline Nord Stream 2 beteiligten Konzernen nach Informationen der „Bild am Sonntag” einen Brief.

„Wir betonen weiterhin, dass Firmen, die sich im russischen Energieexport-Sektor engagieren, sich an etwas beteiligen, das mit einem erheblichen Sanktionsrisiko verbunden ist”, zitierte die Zeitung aus dem Schreiben. „Im Ergebnis untergraben Firmen, die den Bau beider Pipelines unterstützen, aktiv die Sicherheit der Ukraine und Europas.”

Grenell schrieb weiter, die EU mache sich in der Energiesicherheit von Russland abhängig. Firmen müssten sich klar machen, welche Gefahr das Projekt für die europäische Energiesicherheit darstelle, und welche Reputationsverluste und Sanktionen damit verbunden wären. Ein Sprecher Grenells sagte der Zeitung: „Der Brief ist nicht als Drohung aufzufassen, sondern als klare Botschaft der US-Politik.”

Bau von Nord Stream 2 hat längst begonnen

Nord Stream 2 soll Gas direkt von Russland über die Ostsee nach Deutschland transportieren. Mehrere deutsche Unternehmen sind an der Pipeline beteiligt. Der Bau der 1200 Kilometer langen Trasse hat längst begonnen. Die USA und die Ukraine, aber auch einige östliche EU-Staaten wie Polen wollen es stoppen. Sie argumentieren mit der Bedrohung, die von Russland ausgehe. Für die Ukraine und andere osteuropäische Länder sind Transitgebühren für russisches Gas zudem eine wichtige Einkunftquelle.

Bei der Projektgesellschaft Nord Stream 2 ist der russische Konzern Gazprom formal einziger Anteilseigner. Die Gesellschaft hat Finanzierungsvereinbarungen unterzeichnet mit den deutschen Konzernen Wintershall und Uniper sowie der niederländisch-britischen Shell, Engie (einst GDF Suez) aus Frankreich und OMV aus Österreich.

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