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US-Etatstreit lähmt den deutschen Aktienmarkt

Der US-Haushaltsstreit hat am Dienstag auch den deutschen Aktienmarkt gelähmt. Allgemein wird aber von einer Einigung auf die Anhebung der Schuldenobergrenze rechtzeitig vor dem 17. Oktober ausgegangen, wie aus dem Handel zu hören ist.

Das deutsche Börsenbarometer stand am Nachmittag 0,06 Prozent tiefer bei 8586 Punkten. Der MDax zeigte sich mit plus 0,04 Prozent auf 15 115 Punkte ebenfalls kaum verändert. Der TecDax gab um 0,37 Prozent auf 1085 Punkte nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 büßte 0,15 Prozent auf 2919 Punkte ein.

Da die US-Verwaltung seit mehr als einer Woche beinahe still steht, werden auch wichtige Wirtschaftsdaten nicht veröffentlicht, wie etwa der Arbeitsmarktbericht für September. «Den Märkten fehlt so auf unbestimmte Zeit eine wichtige Orientierungshilfe für die Bewertung der aktuellen konjunkturellen Lage», sagte Händlerin Sarah Brylewski von Gekko Markets. Umso stärker dürfte ihres Erachtens daher die US-Berichtssaison beachtet werden, die an diesem Abend mit dem Aluminiumkonzern Alcoa startet.

Die spannendste Kursentwicklung des Tages dürfte wohl die Aktie des MDax-Unternehmens Celesio vollzogen haben. Sie sprang aufgrund von Übernahmespekulationen um etwas mehr als 20 Prozent hoch. Ein Verkauf der Beteiligung an dem Pharmahändler durch den Mischkonzern Haniel wird immer wahrscheinlicher. «Haniel will den Celesio-Anteil für mindestens 22,50 Euro je Aktie verkaufen», erfuhr die Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX aus unternehmensnahen Kreisen. Es habe bereits Gespräche mit mehreren Interessenten aus den USA gegeben.

Im Dax zogen vor allem die Aktien der Commerzbank Aufmerksamkeit auf sich. Sie büßten als Schlusslicht 1,62 Prozent ein. Das Finanzinstitut rechnet 2013 im wichtigen Firmenkundengeschäft vor allem wegen der höheren Risikovorsorge mit einem schwachen Ergebnis.

Die RWE-Papiere knüpften an ihre kräftigen Gewinne vom Vortag an und stiegen um weitere 1,45 Prozent. Auch die Eon-Aktien setzten ihre Aufwärtsbewegung fort und gewannen ein weiteres Prozent hinzu.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,48 Prozent am Montag auf 1,49 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,02 Prozent auf 133,38 Punkte. Der Bund Future verlor 0,05 Prozent auf 140,16 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3576 (Montag: 1,3572) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7366 (0,7368) Euro.