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US-Haushaltsstreit und Fed-Geldpolitik lähmen Dax

Der deutsche Leitindex Dax ist praktisch unverändert aus dem Handel gegangen. Die mangelnden Fortschritte im US-Haushaltsstreit sowie die weiterhin unklare Geldpolitik der Vereinigten Staaten drückten Marktteilnehmern zufolge wie bereits an den Vortagen auf die Stimmung.

Auch neue Konjunkturdaten aus den USA gaben dem Markt keine frischen Impulse. Letztlich verbuchte der Dax ein Plus von 0,01 Prozent bei 8665,63 Punkten. Aktien aus der zweiten Reihe verzeichneten hingegen eine freundliche Schlusstendenz. Der MDax mittelgroßer Werte legte um 0,14 Prozent auf 15 002,72 Punkte zu. Der TecDax stieg um 0,57 Prozent auf 1077,90 Punkte.

Insbesondere der Streit um die Schuldenobergrenze der USA versperre den Börsen den weiteren Weg nach oben, kommentierte Marktexperte Gregor Kuhn vom Broker IG. «Demokraten und Republikaner müssen sich diesbezüglich bis zum 1. Oktober einigen, um die dann automatisch greifenden US-Ausgabenkürzungen noch vermeiden zu können.» Am Vormittag hatten Verbraucherdaten aus Deutschland noch für gute Stimmung gesorgt. Der aktuelle GfK-Konsumklimaindex für Oktober war stärker als erwartet auf einen Spitzenwert geklettert.

Unter den Einzelwerten waren ThyssenKrupp-Aktien sehr gefragt. Sie schlossen mit plus 3,74 Prozent an der Dax-Spitze. Der Großinvestor Cevian Capital hat 5,2 Prozent an dem angeschlagenen Industriekonzern erworben. Ein Händler sagte: «Der Markt freut sich, dass der vom Ruf her gute und aktive Investor bei ThyssenKrupp einsteigt und offenbar eine Werthaltigkeit sieht.»

Die Papiere von K+S mussten dagegen einen weiteren Abschlag von zwei Prozent hinnehmen. Laut Händlern wirkte eine negative Analystenstudie vom Vortag nach. Ein Börsianer interpretierte zudem das Investment der chinesischen Chengdong Investment Corp. (CIC) bei Uralkali negativ. Dies spreche nicht für eine Wiederbelebung des russisch-weißrussischen Kali-Kartells.

Tagesverlierer im Dax waren Commerzbank-Aktien mit einem Verlust von gut sechs Prozent. Sie litten unter Kommentaren von Bankchef Martin Blessing, der bis zum Jahresende keine Beteiligungsverkäufe mehr erwartet. Die Anteilsscheine der Deutschen Bank verbilligten sich als zweitschwächster Dax-Wert um 2,55 Prozent. Zuvor hatte Vorstandssprecher Anshu Jain die Anleger auf ein schwaches Quartalsergebnis vorbereitet.

Im MDax sorgten vor allem Analystenstudien für Bewegung. Zu den Tagesgewinnern zählten die Papiere von Wacker Chemie mit plus 2,43 Prozent. Sie profitierten von einer Empfehlung der UBS. Noch besser schnitten die Südzucker-Titel ab, die nach den klaren Verlusten vom Vortag am Mittwoch um gut drei Prozent zulegten. Hochtief-Aktien gewannen 1,74 Prozent. Im TecDax waren Cancom-Aktien mit einem Gewinn von knapp fünf Prozent Spitzenreiter.

Die anderen wichtigen Börsen in Europa zeigten sich ebenfalls nur wenig verändert ohne klare Richtung. Der EuroStoxx 50 schloss 0,13 Prozent höher bei 2798,12 Punkten. Der Leitindex in Paris verharrte auf der Stelle, jener in London verlor 0,30 Prozent. In den USA lag der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsende 0,20 Prozent über dem Vortagesschluss.

Am deutschen Rentenmarkt fiel die durchschnittliche Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere auf 1,47 Prozent (Dienstag: 1,50 Prozent). Der Rentenindex Rex stieg um 0,06 Prozent auf 133,33 Punkte. Der Bund-Future gewann 0,14 Prozent auf 139,91 Punkte. Der Euro erholte sich und notierte zuletzt bei 1,3529 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gegen Mittag auf 1,3504 (1,3473) US-Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,7405 (0,7422) Euro.