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US-Polizist erschießt schwarzen Jugendlichen nahe Ferguson

US-Polizist erschießt schwarzen Jugendlichen nahe Ferguson
US-Polizist erschießt schwarzen Jugendlichen nahe Ferguson
Alexey Furman

Unweit der US-Stadt Ferguson im Bundesstaat Missouri hat ein Polizist laut Medien einen schwarzen Jugendlichen erschossen. Die Zeitung «St. Louis Post-Dispatch» sprach von einem schwarzen 18-Jährigen. Seine Mutter habe ihn identifiziert.

Zu den Schüssen sei es am späten Dienstagabend vor einer Tankstelle in Berkeley gekommen, teilte die Polizei auf Facebook mit. Bei einer Routinekontrolle seien Polizeibeamte auf zwei Männer gestoßen, von denen einer eine Waffe auf die Polizisten gerichtet habe. Der Beamte habe in Notwehr gehandelt und mehrere Schüsse abgegeben. Er habe «Angst um sein Leben» gehabt.

Die Identität des Toten war laut Polizei zunächst nicht geklärt. Der zweite Mann sei geflüchtet. Eine Untersuchung sei eingeleitet worden. Am Tatort sei eine Waffe sichergestellt worden.

Dort kam es am Mittwochmorgen zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Polizisten, berichtete der Sender NBC. Spontan versammelten sich rund 200 Menschen, es kam zu Handgreiflichkeiten. Einige Müllbehälter brannten.

In den vergangenen Wochen war es an mehreren Orten in den USA zu Protesten gegen Polizeigewalt gegen Schwarze gekommen. In Ferguson war im August der unbewaffnete Schwarze Michael Brown durch die Schüsse eines Polizisten gestorben. Eine Geschworenenjury entschied Ende November, dass sich der weiße Polizist Darren Wilson wegen der Schüsse auf Brown vorerst nicht vor Gericht verantworten muss.

Anfang Dezember hatte ein Geschworenengremium entschieden, einen weißen Polizisten für den Tod des schwarzen Eric Garner in New York nicht zur Rechenschaft zu ziehen. Der Polizist hatte Garner bei der Festnahme wegen angeblich illegalen Zigarettenhandels in den Würgegriff genommen. Dessen Hilferufe, er bekomme keine Luft mehr, ignorierte er. Der asthmakranke Mann, ein sechsfacher Familienvater, starb wenig später.