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Vereinzelte Randale in Darmstadt - Zwölf Festnahmen

Vereinzelte Randale in Darmstadt - Zwölf Festnahmen
Vereinzelte Randale in Darmstadt - Zwölf Festnahmen
Boris Roessler

Nach der Aufhebung des umstrittenen Innenstadt-Verbots für die Fans von Eintracht Frankfurt sind die befürchteten Krawalle beim Hessenderby in Darmstadt dank starker Polizeipräsenz ausgeblieben.

Bis zum Beginn der Bundesliga-Partie um 15.30 Uhr wurden zwölf Personen zur Verhinderung von Straftaten festgenommen.

Während des Spiels, für das die Frankfurter Anhänger vom Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) wegen der Ausschreitungen im Hinspiel ausgeschlossen worden waren, kam es nach Angaben der Polizei zu mehreren Auseinandersetzungen in der Stadt und am Stadion. Die rund 1700 Einsatzkräfte hatten die Lage bis zum Abend aber jederzeit im Griff.

Rund 150 Anhänger der Eintracht randalierten im Darmstädter Zentrum. Es sei zu Sachbeschädigungen und Beleidigungen gegenüber Beamten gekommen. Zudem wurde Pyrotechnik abgebrannt, teilte die Polizei mit. Später verschafften sich einige Frankfurter Anhänger unbefugt Zutritt zum Stadion am Böllenfalltor. Die Polizei ging gegen die Eindringlinge vor. Bei einem Zusammentreffen beider Fanlager in der Innenstadt, wo etwa 200 «Lilien»-Anhänger eine spontane Demonstration abgehalten hatten, gab es lediglich einige Verbalattacken.

Am Morgen hatte die Stadt Darmstadt das Innenstadt-Verbot für die Anhänger von Eintracht Frankfurt aufgehoben. Es sei eine riesige Belastung von Gericht und Verwaltung zu befürchten gewesen, nachdem zahlreiche Fans Einsprüche angekündigt hätten, sagte Bürgermeister Rafael Reißer (CDU) der Deutschen Presse-Agentur.

Aus Sorge vor Randale hatte die Stadt ihr Zentrum für Eintracht-Anhänger von Freitagabend (19.00 Uhr) bis Sonntagmorgen (07.00 Uhr) zur Sperrzone erklärt. Nach der Aufhebung der umstrittenen Maßnahme verstärkte die Polizei ihre Präsenz in Darmstadt. «Wir hatten von Anfang an einen Plan A und einen Plan B», sagte eine Sprecherin der Behörde.

Dennoch kam es am Vormittag zu kleineren Rangeleien zwischen Fußball-Fans. Dabei wurde ein Mann leicht verletzt. Zwei Anhänger der Eintracht wurden festgenommen, als sie versuchten, sich Zutritt zum Stadion am Böllenfalltor zu verschaffen.

Reißer kritisierte in diesem Zusammenhang noch einmal das DFB-Urteil, durch das die Situation seiner Ansicht nach eher verschärft wurde. Mit etwas mehr Fingerspitzengefühl hätte «die Aufregung verhindert werden können», sagte er. Der Stadt sei es darum gegangen, Randale zu verhindern. «Es gibt immer eine Gratwanderung zwischen Sicherheit und Freiheit», sagte Reißer und bekräftigte: «Niemand will das Recht beugen.»