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Verlängerung für Glyphosat? EU-Staaten sollen abstimmen

Verlängerung für Glyphosat? EU-Staaten sollen abstimmen
Verlängerung für Glyphosat? EU-Staaten sollen abstimmen
Patrick Pleul

Rund drei Wochen vor Ablauf der Glyphosat-Zulassung sollen die EU-Staaten erneut über die Zukunft des Unkrautvernichters beraten.

Nachdem für eine Neuzulassung nicht die nötige Mehrheit zustande gekommen war, schlägt die EU-Kommission nun eine Verlängerung für 12 bis 18 Monate vor. In dieser Zeit soll die EU-Chemikalienagentur Echa ihre Bewertung der Substanz vorlegen.

Deutschland wird sich in der Abstimmung enthalten, weil es in der Bundesregierung «weiterhin keine einheitliche Auffassung» gebe, wie das Umweltministerium am Sonntag mitteilte. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Unionsseite in der schwarz-roten Koalition sind für eine neue Zulassung - die SPD-Minister lehnen dies bis auf weiteres ab und verweisen auf eine ungeklärte gesundheitliche Einstufung.

Wenn bei der Abstimmung an diesem Montag nicht die nötige Mehrheit zustande kommt, würde eine weitere Abstimmung in einem höherrangig besetzten Gremium nationaler Experten nötig. Dies gilt im Moment als wahrscheinlich. Fehlt auch hier die nötige Mehrheit, liegt die Entscheidung bei der EU-Kommission.

Glyphosat steht im Verdacht, Krebs zu erregen. Die Substanz ist der weltweit am meisten eingesetzte Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln. In Deutschland kommt er auf rund 40 Prozent der Felder zum Einsatz.

Die EU-Kommission will die Staaten auch eine Reihe von Auflagen für den Glyphosat-Einsatz vorschlagen, etwa ein möglichst geringer Einsatz in Parks oder auf Spielplätzen. Die Entscheidung darüber kann aber jeder Staat selbst treffen. Das Bundesumweltministerium erklärte am Sonntag, nationale Beschränkungen könnten zu Wettbewerbsverzerrungen zwischen den Staaten führen.