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Verluste am Aktienmarkt nach Einbruch der Industrieproduktion

Ein starker Einbruch bei der Industrieproduktion hat den Dax auf den tiefsten Stand seit Mitte August gedrückt. Der deutsche Leitindex verlor am Mittag 0,76 Prozent auf 9139 Punkte und setzte damit seine Mitte September begonnene Talfahrt fort.

Der MDax fiel um 0,83 Prozent auf 15 627 Punkte, der TecDax büßte 1,51 Prozent auf 1208 Zähler ein. Beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab es ein Minus von 0,99 Prozent.

Schon zum Wochenbeginn war dem Dax die Puste ausgegangen: Angesichts schwacher Auftragsdaten hatte er am Montagnachmittag seine Gewinne deutlich reduziert.

Am Dienstagmorgen wurde dann bekannt, dass die deutsche Industrie im August den stärksten Rückschlag seit der schweren Wirtschaftskrise vor fünf Jahren verkraften musste. In den Betrieben brach die Produktion saison- und arbeitstäglich bereinigt um 4,0 Prozent ein. Dies ist der stärkste Rückgang seit Januar 2009.

Das schwache konjunkturelle Umfeld in Europa wirke sich besonders negativ auf die deutsche Wirtschaft aus, sagte Marktanalyst Robert Halver von der Baader Bank. Es zeige sich zudem, dass die lockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) an ihre Grenzen stoße.

Gleich mehrere Belastungsfaktoren drückten die Aktien der Lufthansa ans Dax-Ende. Zuletzt büßten die Papiere 2,90 Prozent auf 11,73 Euro ein. Analyst Ingo Schmidt von der Hamburger Sparkasse verwies zum einen auf den Streik der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit bei Lufthansa Cargo, der auf den Gewinn drücke. Zum anderen litten die Papiere unter der Abkühlung des Konjunkturumfeldes in Europa, wodurch die Margen in Mitleidenschaft gezogen würden.

Derweil warf die Berichtssaison zum dritten Quartal ihre Schatten voraus. So erhöhte der Zahlungsabwickler Wirecard dank eines starken Neukundengeschäfts und eines positiven dritten Quartals die Prognose für das laufende Jahr. Die Aktien büßten in den trüben Umfeld zwar ihre anfänglichen Gewinne ein, schlugen sich mit minus 0,17 Prozent aber immer noch besser als der Gesamtmarkt. Im MDax stemmten sich die Papiere von Deutsche Wohnen gegen den negativen Markttrend und legten um 0,49 Prozent zu. Die Immobiliengesellschaft will für 2015 eine höhere Dividende zahlen.