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Volkswirte: Arbeitslosigkeit auf 2,847 Millionen gesunken

Volkswirte: Arbeitslosigkeit auf 2,847 Millionen gesunken
Volkswirte: Arbeitslosigkeit auf 2,847 Millionen gesunken
Arno Burgi

Der Frühjahrsaufschwung hat nach Experteneinschätzung die Zahl der Arbeitslosen im April wieder kräftiger sinken lassen. Nach Berechnungen von Bankenvolkswirten verringerte sich die Zahl der Erwerbslosen im zu Ende gehenden Monat um rund 85.000 auf 2,847 Millionen.

Der Rückgang würde damit etwas schwächer ausfallen als im April 2014. Für die kommenden Monate rechnen die Experten mit einer weniger dynamischen Entwicklung. Die offiziellen April-Arbeitslosenzahlen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag (9.55 Uhr) in Nürnberg veröffentlichen.

Gemessen an der Zahl der freien Stellen scheint es aktuell um den deutschen Arbeitsmarkt aber noch gut bestellt zu sein. Deutschlands Unternehmen suchen derzeit so viele neue Mitarbeiter wie schon lange nicht mehr. Im April sei die Zahl der freien Stellen saisonbereinigt auf ein Rekordhoch gestiegen, teilte die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch bei der Veröffentlichung ihres Stellenindexes BA-X mit. Der Index kletterte auf die Bestmarke von 186 Punkten. Das sind zwei Punkte mehr als im März und 20 Punkte mehr als vor einem Jahr.

Im April gab es der BA zufolge in vier Fünfteln aller Branchen mehr offene Stellen als vor einem Jahr. Rund zehn Prozent der freien Stellen entfallen auf das Gesundheits- und Sozialwesen. Weitere acht Prozent hätten Unternehmen des Groß- und Einzelhandels gemeldet. Die absolute Gesamtzahl der freien Stellen will die Bundesagentur am Donnerstag bekanntgeben.

In den kommenden Monaten dürfte dagegen nach Einschätzung der Bank-Ökonomen der Arbeitsmarkt an Tempo verlieren. Die gute Entwicklung zum Jahresanfang sei möglicherweise durch den milden Winter und den niedrigen Ölpreis etwas überzeichnet gewesen, vermuten die Fachleute.

«Ich könnte mir vorstellen, dass die Dynamik am Arbeitsmarkt nach zwei starken Quartalen ein bisschen nachlassen dürfte», schätzt etwa der DZ-Bank-Volkswirt Michael Holstein. Auch Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld rechnet nicht mehr mit einem so starken Aufschwung wie zuletzt: «Die Bäume wachsen nicht mehr in den Himmel. Es wird auch in den kommenden Monaten sinkende Arbeitslosigkeit geben, aber es dürfte nicht mehr so euphorisch weitergehen.» Für das Gesamtjahr 2015 halten die Ökonomen an ihrer bisherigen Prognose dennoch fest; danach gehen sie von einem Rückgang der Arbeitslosenzahlen um 100 000 bis 110 000 im Jahresdurchschnitt aus.