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Vonovia-Chef: Bei Modernisierungen früher auf Mieter zugehen

Vonovia-Chef: Bei Modernisierungen früher auf Mieter zugehen
Vonovia-Chef: Bei Modernisierungen früher auf Mieter zugehen
Marcel Kusch

Der größte deutsche Wohnungskonzern Vonovia will bei den umstrittenen Modernisierungen seiner Immobilien die Mieter früher einbeziehen.

Insbesondere das Management von Härtefällen solle verbessert werden, sagte Vonovia-Chef Rolf Buch im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur und der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX in Bochum. Geplant sei, die Änderungen noch in diesem Jahr umzusetzen. Dafür werde der Dax-Konzern neue Mitarbeiter einstellen, kündigte Buch an. Kritisch zu sehen sei etwa der Versand von bis zu 40 Seiten langen Modernisierungsankündigungen an die Mieter. „Das ist teilweise auch für mich nicht lesbar”, räumte der Manager ein.

Bis zur endgültigen Abrechnung der Modernisierungen müssten die Mieter dann oft bis zu einem Jahr lang warten. „Das ist einfach zu spät. Wir wollen den Mietern jetzt gleich nach der Ankündigung Planungssicherheit hinsichtlich der Miethöhe geben”, sagte Buch. Dafür benötigten die neuen Vonovia-Mitarbeiter technischen Sachverstand und Einfühlungsvermögen.

Der Deutsche Mieterbund hatte zuvor „oftmals horrende Mietsteigerungen” im Zuge von Modernisierungen des Unternehmens beklagt. „Mancher kann sich die Miete nicht mehr leisten und zieht aus”, so der Mieterbund. Dadurch könne es faktisch zu einer Verdrängung teils langjähriger Mieter aus ihren Wohnungen kommen, sagte die Sprecherin des Mieterbunds in Nordrhein-Westfalen, Silke Gottschalk. Vonovia kann in Härtefällen Mietern kleinere Wohnungen vorschlagen, wenn die alten Immobilien zu teuer für sie werden.