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«Weihnachtsoratorium» als Ballett umjubelt

«Weihnachtsoratorium» als Ballett umjubelt
«Weihnachtsoratorium» als Ballett umjubelt
Markus Scholz

«Jauchzet, frohlocket»: John Neumeiers Ballettversion aller sechs Teile von Bachs «Weihnachtsoratorium» hat am Sonntagabend in Hamburg eine erfolgreiche Premiere gefeiert.

Nach der gut dreistündigen Vorstellung applaudierte das begeisterte Publikum im Stehen sowohl für die Tänzer als auch für die Sänger, das Orchester und den Hamburger Ballett-Chef.

Auch bei der vollständigen Version des «Weihnachtsoratoriums» - die Teile I-III wurden bereits 2007 uraufgeführt - geht es Neumeier nicht um die Nacherzählung der biblischen Geschichte, auch wenn die Mutter und der Vater, die Hirten und Engel auftauchen, sondern um die Vermittlung allgemeiner Werte wie Vertrauen und Zuversicht, aber auch Zweifel und Einsamkeit.

In den Hauptrollen brillierten Anna Laudere als verunsicherte Maria, Edvin Revazov als Josef, der zu ihr hält, sowie Carsten Jung als Hirte und Silvia Azzoni und Alexandr Trusch als Engel. Eine besondere Rolle übernahm Lloyd Riggins als einsamer Beobachter des Geschehens. Der ausgewiesene Barockspezialist Alessandro de Marchi dirigierte die Philharmoniker und den Staatsopernchor mit viel Einfühlungsvermögen. Als Solisten überzeugten Mélissa Petit, Katja Pieweck, Manuel Günther und Wilhelm Schwinghammer.