TESTBETRIEB IN NORDHESSEN

Weiße Farbe soll Bahngleise vor Sonne und Hitze schützen

Um Gleise vor starker Sonne und Hitze zu schützen, testet die Deutsche Bahn einen Anstrich der Schienen mit weißer Farbe.
dpa
Bahn testet weiße Schienen gegen Hitze
Ein Gleis mit weißem Farbanstrich auf der Pfieffetalbrücke in Nordhessen. Die Farbe soll die Gleise vor starker Hitze schützen. Foto: Swen Pförtner
Melsungen.

Seit Anfang dieser Woche läuft der Test auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke Hannover-Würzburg, wie das Unternehmen in Frankfurt mitteilte. Auf der Pfieffetalbrücke bei Melsungen in Nordhessen sei etwa ein Kilometer Gleis mit weißer Farbe gestrichen worden. Dieser Streckenabschnitt werde besonders stark befahren und habe das ganze Jahr über eine hohe Sonneneinstrahlung.

Extreme Erhitzung führt nach Angaben der Bahn dazu, dass Stahl sich ausdehnt. Schienen und Gleisbett werden durch hohe Temperaturen stark strapaziert, im schlimmsten Fall können sich Schienen so verformen, dass kein Zugverkehr mehr möglich ist. Den weißen Anstrich untersuchte das Bahnunternehmen bereits auf einem Testgelände in Königsborn in Sachsen-Anhalt. Aus den Ergebnissen gehe hervor, dass die Farbe Sonnenlicht reflektiere und die Schiene weniger heiß werde. Für den Versuch auf der 61 Meter hohen Pfieffetalbrücke sei ein Gleis weiß gefärbt worden und eines nicht, so dass ein direkter Vergleich möglich sei.

Bei dem Praxistest geht es auch um die Frage, wie haltbar die Farbe ist. Frühestens in einem Jahr soll entschieden werden, wie es weitergeht. „Sind die Ergebnisse durch den Anstrich der Schienen auf der Pfieffetalbrücke ebenso vielversprechend wie die ersten Ergebnisse auf unserem Testgelände, ist ein Einsatz auch auf anderen Bahnstrecken denkbar”, sagte die Geografin und Naturgefahrenmanagerin bei der Bahn, Karoline Meßenzehl. Auch die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) und die Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) testen den weißen Farbanstrich.

Die Bahn will sich mit dem Versuch auch auf die veränderten klimatischen Bedingungen einstellen. „Unwetter mit schweren Stürmen und lange heiße Sommer werden weiter zunehmen”, sagte Meßenzehl, die zu einem Team mit Geografen, Forstwirten und Wasserwirtschaftsingenieuren bei der Deutschen Bahn gehört. Das sogenannte Naturgefahrenteam soll herausfinden, wie Schienen und Bahntechnik für diese Herausforderungen fit gemacht werden können.

Um pünktlicher zu werden, bestreicht die Deutsche Bahn jedoch nicht nur Schienen, sondern verputzt auch einzelne Betonschalthäuser, in denen teils sensible Technik untergebracht ist. Der weiße Dämmputz soll dabei helfen, die Innentemperatur zu reduzieren. Getestet werden auch Lamellen, die an Schalthäusern aufgestellt werden und Wärme abweisen sollen. Denn an Tagen mit hoher Tagesdurchschnittstemperatur steige auch die Zahl der Störungen, sagte der Mitarbeiter der Innovationsabteilung, Christoph Maier, im Juli zu den Tests mit dem weißen Spezialputz.

Nicht alle Schalthäuser sind bei starker Hitze auf Dämmputz oder Lamellen angewiesen. „Die neue Generation der Schalthäuser verfügt über eine gute Isolierung, so dass hier für uns kein zusätzlicher Bedarf besteht”, sagte Maier. Ergebnisse zu den Auswirkungen des Dämmputzes auf die Hitzeentwicklung gebe es jedoch noch keine. „Wir zeichnen weiter die Temperaturdaten auf. Eine erste Auswertung erwarten wir Ende des Jahres”, sagte eine Bahnsprecherin.

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