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Weitere Tote bei starken Erdbeben in Japan

Weitere Tote bei starken Erdbeben in Japan
Weitere Tote bei starken Erdbeben in Japan
Yomiuri Shimbun

Bei heftigen Erdbeben im Südwesten Japans sind binnen weniger als zwei Tagen mindestens 31 Menschen ums Leben gekommen.

Mindestens 22 der Opfer starben, als ein besonders schweres Beben der Stärke 7,3 die Unglücksregion auf Japans südlicher Hauptinsel Kyushu heimsuchte und enorme Schäden anrichtete. Viele der älteren Opfer erlagen laut Medienberichten ihren zahlreichen Verletzungen oder wurden von Trümmern und umgestürzten Möbeln erschlagen. Mehr als 1000 weitere Menschen wurden verletzt.

Das Beben vom Samstag war erheblich stärker als eine erste Erschütterung am Donnerstag, bei der neun Menschen getötet worden waren. Dieses Beben hatte eine Stärke von 6,5 und war lediglich ein Vorausschock gewesen, gefolgt von zahlreichen weiteren Erschütterungen, wie die nationale Meteorologische Behörde mitteilte. Sie warnte auch für die nächsten Tage vor weiteren teils starken Beben. Atomreaktoren in der Region blieben nach Betreiberangaben unversehrt. 

Dutzende von Opfern wurden Medienberichten zufolge noch unter Trümmern und Erdrutschen vermutet. Die Selbstverteidigungsstreitkräfte schickten 20 000 Soldaten in die Unglücksregion. Viele Häuser in der am schwersten betroffenen Provinz Kumamoto sind zerstört. In der Ortschaft Minamiaso ging ein gewaltiger Erdrutsch nieder und verschüttete eine Straße. Militärhubschrauber brachten Anwohner in Sicherheit. Auch das Verkehrsnetz in der Region wurde beschädigt. Viele Bahngleise und Straßen sind beschädigt. Das Dach des Flughafens von Kumamoto brach ein, verletzt wurde jedoch niemand. Sämtliche Flüge von und zu dem Flughafen wurden gestrichen. 

Hunderttausende von Haushalten waren vorübergehend von der Gas-, Strom- und Wasserversorgung abgeschnitten. Stromunternehmen aus anderen Teilen des fernöstlichen Inselreiches stellten sich darauf ein, mobile Generatoren zur Versorgung von Krankenhäusern und anderen wichtigen Einrichtungen in die Unglücksregion zu schicken. Rund 70 000 Menschen haben sich in Notunterkünften in Sicherheit gebracht. Für den Abend wurde mit heftigen Regengüssen gerechnet, was weitere Erdrutsche zur Folge haben könnte. 

Unterdessen kam es an dem in der Region gelegenen Vulkan Aso zu einer kleineren Eruption. Sie sei jedoch nicht auf das Beben zurückzuführen, hieß es. Die Erdbeben der beiden vergangenen Tage sind die heftigsten seit der Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe vor gut fünf Jahren im Nordosten Japans, bei der 18 500 Menschen ums Leben gekommen waren. Damals war es in der Folge im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi zu mehreren Kernschmelzen gekommen. Daraufhin waren sämtliche Meiler im ganzen Land heruntergefahren worden.

Im vergangenen Jahr wurden dann jedoch erstmals wieder zwei Reaktoren im Kernkraftwerk Sendai hochgefahren, nachdem sie die verschärften Sicherheitsauflagen offiziell erfüllt hatten. Sie stehen rund 130 Kilometer von der Provinz Kumamoto entfernt, die von den Erdbeben der vergangenen Tage besonders betroffen war. Die Regierung versicherte jedoch, dass die Anlage wie auch zwei weitere in der Nähe stehende Atomkraftwerke keine Unregelmäßigkeiten aufwiesen.