EIN „WECKRUF”

Weltklimarat veröffentlicht Bericht zum 1,5-Grad-Ziel

Der Weltklimarat (IPCC) veröffentlicht heute in Südkorea einen Überblick darüber, wie der Mensch die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius begrenzen kann. Das war eines der Ziele des Pariser Klimaabkommens.
dpa
Weltklimarat veröffentlicht Bericht zum 1,5-Grad-Ziel
Weltklimarat veröffentlicht Bericht zum 1,5-Grad-Ziel Pavel Golovkin

Mehrere Hundert Forscher hatten Tausende von Studien der vergangenen Jahre über das 1,5-Grad-Ziel analysiert und bewertet. Eine Kurzfassung ihres langen Berichts vor allem für politische Entscheidungsträger wird nun präsentiert.

Der Bericht des Weltklimarates müsse ein Weckruf sein, sagte der Leiter Klimaschutz und Energiepolitik beim WWF Deutschland, Michael Schäfer. „Um die Erderhitzung zu stoppen, ist jetzt entschiedenes politisches Handeln gefordert.” Das gelte insbesondere für die Bundesregierung. Im letzten Jahr habe sich Deutschland auf erschreckende Weise von der internationalen klimapolitischen Debatte abgekoppelt.

Im Abkommen von Paris hatten sich Ende 2015 alle Staaten auf das Ziel geeinigt, die Erwärmung auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu beschränken. Anstrengungen sollten unternommen werden, die Erhitzung bei 1,5 Grad zu stoppen. Letzteres hatten sich vor allen die kleinen Inselstaaten gewünscht. Mit seinem Sonderbericht sollte der Weltklimarat klären, welche Folgen bereits eine Erwärmung von 1,5 Grad hätte und auch was für das Erreichen des Ziels noch alles getan werden muss. Derzeit ist die Erde schon rund ein Grad wärmer als vor der Industrialisierung.

Für den IPCC-Bericht hatte ein Kernteam von 91 Autoren und 250 weiteren Forschern 6000 Publikationen analysiert. „Bei aller wissenschaftlichen Komplexität des neuen IPCC-Berichts ist eines klar: Wie auch immer wir die Daten hin und her wenden, wir haben nur ein Jahrzehnt, um die CO2-Wende zu schaffen und die Menschen noch vor den größten Risiken des Klimawandels zu schützen”, sagte der designierte Direktor des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Johan Rockström. Der Sonderreport wird auch Grundlage der nächsten UN-Klimakonferenz im Dezember im polnischen Kattowitz sein.

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