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Wenig Bewegung an der Börse vor US-Arbeitsmarktbericht

Nach der kräftigen Erholung vom Vortag haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt erst einmal durchgeschnauft.

Die Investoren warteten am Freitagvormittag gespannt auf die wichtigen Arbeitsmarktzahlen am Nachmittag aus den USA. Im frühen Handel gab der Dax um 0,14 Prozent auf 9823,45 Punkte nach.

Beflügelt von der Hoffnung auf fortgesetzte Konjunkturunterstützung durch die Notenbanken hatte der Leitindex am Donnerstag seinen schwachen Jahresstart wettgemacht. Der Dax schloss 3,36 Prozent höher und verzeichnete damit das größte Tagesplus seit August 2012.

Für den Index der mittelgroßen Werte, den MDax, ging es am Freitag um 0,41 Prozent auf 17 284,94 Punkte nach oben. Der Technologiewerte-Index TecDax rückte um 0,44 Prozent auf 1417,96 Punkte vor. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone aber fiel um 0,72 Prozent. Grund dafür waren Verluste bei den Bankaktien, nachdem die spanische Großbank Santander eine Kapitalerhöhung angekündigt hatte.

Die jüngsten Protokolle der Fed-Ratssitzung verleiteten die Anleger zu der Annahme, dass es die amerikanische Notenbank mit der Leitzinserhöhung nicht sonderlich eilig habe, schrieb Investmentanalyst Clemens Bundschuh von der Landesbank Baden-Württemberg. Zudem verdichteten sich die Hinweise, dass die Europäische Zentralbank (EZB) bereits auf der nächsten Ratssitzung am 22. Januar weitere Maßnahmen zur Stimulierung der Konjunktur ergreifen könnte.

Damit ist aus Sicht von Marktstratege Michael McCarthy vom Broker CMC Markets insgesamt wieder ein Stimmungsumschwung hin zu mehr Risikobereitschaft an den Märkten zu spüren, was die Aktienbörsen grundsätzlich unterstütze.

In einem ansonsten nachrichtenarmen Umfeld sorgten vor allem Analystenstimmen für Gesprächsstoff. So zogen die Aktien von Merck an der Dax-Spitze um 2,87 Prozent auf 83,98 Euro an, nachdem sich die Schweizer Bank Credit Suisse positiv zu der Übernahme von Sigma Aldrich und der Partnerschaft mit dem US-Unternehmen Pfizer geäußert hatte. Die Darmstädter hätten damit ihre strategischen Probleme gelöst.

Bei 84,00 Euro hatten die Merck-Anteile sogar kurz zuvor ein Rekordhoch erreicht. Die Papiere knüpfen damit nahtlos an die Gewinne des Vorjahres an. 2014 waren sie mit einem Plus von 20,41 Prozent der stärkste Dax-Wert. Im bisherigen Jahresverlauf kamen weitere 7 Prozent dazu.

Auch die Aktien des Internetdienstleisters United Internet setzten nach einer positiven Studie der US-Bank Goldman Sachs ihren Höhenflug fort. Die Papiere des TecDax-Schwergewichts waren in den ersten Handelsminuten um bis zu 4,16 Prozent auf das Rekordhoch von 39,225 Euro gestiegen. Kurstreiber war erneut eine positive Analyse des Goldman-Sachs-Experten Tim Boddy.