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Wieder Krawalle in Flüchtlingsheimen

In Flüchtlingsunterkünften mehrerer Bundesländer sind erneut größere Gruppen von Flüchtlingen aufeinander losgegangen. In Hamburg mussten Sicherheitsbeamte in zwei Unterkünften einschreiten, wie die Polizei am Freitag mitteilte.

Auch in Schwerin und Mannheim gab es Schlägereien mit Verletzten. Polizisten im thüringischen Ohrdruf wurden gewaltsam angegangen, als sie einen unter Missbrauchsverdacht stehenden Iraker abführen wollten.

Am Donnerstagabend waren in Hamburg-Harburg Flüchtlinge aus Eritrea und dem Irak aus unbekanntem Grund aneinandergeraten. Dabei griffen sich rund 30 bis 40 Asylbewerber teilweise mit zerlegten Bettgestellen an. Die Polizei war mit 15 Streifenwagen im Einsatz und nahm drei Menschen in Gewahrsam, die am Freitag wieder auf freiem Fuß waren. Verletzte gaben sich der Polizei nicht zu erkennen.

In einer Unterkunft in Hamburg-Neugraben kam es der Polizei zufolge am Donnerstagnachmittag bei der Bekleidungsausgabe zu einem Streit zwischen einem Afghanen und einem Iraker. Daraufhin stritten sich 50 bis 60 Menschen. Zwei Menschen wurden in Gewahrsam genommen. Verletzte gab es nicht.

In einer Mannheimer Unterkunft lieferten sich Flüchtlinge im Alter von 14 bis 17 Jahren aus Syrien und Afghanistan eine Schlägerei, bei der sieben Beteiligte verletzt wurden. Die Polizei rückte am Donnerstagabend mit 18 Streifenwagen an, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Ein Mitarbeiter des Sicherheitsdienstes wurde verletzt, vier Jugendliche wurden mit Rettungswagen in Krankenhäuser gebracht. Warum die Schlägerei ausgebrochen war und wie viele Beteiligte es gab, war zunächst unklar.

In einer Notunterkunft in Schwerin-Lankow prügelten sich sechs Flüchtlinge in der Nacht zum Freitag. Ein 29-Jähriger wurde dabei leicht verletzt. Auslöser sei nächtlicher Lärm gewesen, sagte ein Polizeisprecher.

In Erstaufnahmeunterkünften hatten sich in den vergangenen Tagen immer wieder Flüchtlinge geprügelt. Einem Polizeisprecher zufolge kommt es gerade dort oft zu Streitereien, wo viele Menschen unter einfachsten Bedingungen auf engstem Raum leben müssen.

Im thüringischen Ohrdruf wurden Polizeibeamte in der Nacht zum Donnerstag von Flüchtlingen angegriffen und mit Steinen beworfen, als sie einen 29 Jahre alten Iraker aus dem Heim festnahmen. Ihm war der sexuelle Missbrauch eines Kindes aus Syrien vorgeworfen worden, das in der derselben Unterkunft wohnt. Andere Heimbewohner versuchten, den mutmaßlichen Täter in ihre Gewalt zu bringen, um selbst Rache an ihm zu üben. Gegen drei beteiligte Flüchtlinge wurde Anzeige wegen Landfriedensbruchs und versuchter Gefangenenbefreiung erstattet, gegen den Iraker Haftbefehl erlassen.