KATHOLISCHE KIRCHE

„Wir sind Kirche”: Erste Versammlung des Synodalen Wegs

Zölibat und Rolle der Frau in der Kirche stehen von diesem Donnerstag an auf der Themenliste der katholischen Synodalversammlung in Frankfurt. Reformgruppen fordern hier schon lange Veränderungen.
dpa
Kardinal Reinhard Marx
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, leitet unter anderem die Versammlung des Synodalen Wegs. Foto: Bernd von Jutrczenka/dpa
Frankfurt (Main).

Auf der ersten Versammlung des Synodalen Wegs der Katholischen Kirche geht es von heute an um Reformvorschläge zum Zölibat und zur Stellung der Frau in der Kirche. Die Reformbewegung „Wir sind Kirche” blickt mit einer Mischung aus Hoffnung und Skepsis auf die Beratungen in Frankfurt.

„Mit der weltweit anerkannten wissenschaftlichen Theologie in Deutschland sind wir gut gerüstet. Wenn auch die Bischöfe bereit sind, sich darauf einzulassen, dann kann das Ergebnis so überzeugend sein, dass es auch von Rom, vom Vatikan nicht ignoriert werden kann”, sagte Christian Weisner, Sprecher von „Wir sind Kirche”, der Deutschen Presse-Agentur.

Die Synodalversammlung ist das zentrale Gremium des am 1. Dezember 2019 begonnenen Reformprozesses „Der Synodale Weg”. Die deutschen Katholiken beschäftigten sich dabei auch mit Strukturen, die möglicherweise dazu beigetragen haben, dass der sexuelle Missbrauch von Kindern und Jugendlichen so lange unbemerkt vonstatten gehen konnte. Am Ende des Prozesses sollen konkrete Reformen stehen.

Gleichzeitig betonte Weisner: „Der Synodale Weg wird kein Spaziergang werden, er wird eine anspruchsvolle Bergbesteigung werden. Das Gipfelziel, als Kirche wieder glaubwürdiger zu werden, muss alle Mühen wert sein.” Denn der Missbrauchsskandal habe der Kirche schwer geschadet. „Ich glaube, wenn wir nur eine kleine Religionsgemeinschaft wären, wären wir schon längst verboten”, meinte Weisner. Für die Glaubwürdigkeit der Kirche seien der jahrzehntelange Missbrauchskandal und seine Vertuschung „unerträglich”.

Es schmerze wirklich, „wie Frauen in der katholischen Kirche behandelt werden, wie junge Menschen gar nicht mehr reingehen, wie homosexuelle Paare sich nicht willkommen fühlen”, nannte der Sprecher der Laienbewegung weitere Probleme innerhalb der Kirche und ihres Umgangs mit den Menschen.

Die Ergebnisse des auf zwei Jahre angelegten Synodalen Wegs könnten auch Lösungen für die Weltkirche aufzeigen, hoffte Weisner. Es handele sich nicht um einen deutschen Sonderwege. „Denn die Probleme, die wir haben – ob Frauenausschluss, ob Missbrauch, ob Priestermangel oder Zölibat, ob rigide Sexualmoral – die Probleme sind ja keine nur deutschen Probleme, es sind wirklich Weltprobleme.”

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