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Wohlleben bestreitet Beschaffung von Waffe für NSU-Terroristen

Wohlleben bestreitet Beschaffung von Waffe für NSU-Terroristen
Wohlleben bestreitet Beschaffung von Waffe für NSU-Terroristen
Franziska Kraufmann

Der mutmaßliche NSU-Terrorhelfer Ralf Wohlleben hat bestritten, die Mordwaffe für den «Nationalsozialistischen Untergrund» beschafft zu haben. Im NSU-Prozess vor dem Münchner Oberlandesgericht wies der 40-Jährige den Vorwurf der Beihilfe zum Mord zurück.

Von der Gewaltbereitschaft seiner damaligen Freunde Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt will Wohlleben nichts gewusst haben. Das Verhalten der beiden habe keinen Anlass gegeben, zu vermuten, dass sie mal schwere Straftaten begehen würden.

Er räumte aber ein, nach dem Untertauchen des NSU-Trios - Böhnhardt, Mundlos und Beate Zschäpe - Kontakt zu den dreien gehabt zu haben. Es sei zu mehreren Telefonaten gekommen. In einer Wohnung in Chemnitz habe er sie dann zum ersten Mal wiedergetroffen. Später sei es zu weiteren Treffen gekommen.

Die Bundesanwaltschaft wirft Wohlleben Beihilfe zum Mord in neun Fällen vor. Er soll die Waffe für den «Nationalsozialistischen Untergrund» (NSU) beschafft haben, mit dem später neun Migranten erschossen wurden. Wohlleben sitzt wie Zschäpe seit 2011 in Untersuchungshaft. Zschäpe muss sich als Mittäterin an sämtlichen Verbrechen verantworten, die dem NSU angelastet werden, darunter auch der Mord an einer Polizistin und zwei Bombenanschläge.